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Fahnder durchsuchen Deutsche Finance: Verdacht auf Bestechung rund um Bayerns Versorgungskammer

4. November 2026, 13:26 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Die Staatsanwaltschaft München hat die Büros des Fondshauses Deutsche Finance durchsucht. Laut Handelsblatt geht es um mutmassliche Vorteile für Mitarbeiter der Bayerischen Versorgungskammer, die bei US-Immobilien hohe Verluste fürchtet. Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück.

Die Staatsanwaltschaft München I bestätigte die Durchsuchung, nannte aber noch keine Details. Eine Sprecherin stellte weitere Angaben für die nächsten Tage in Aussicht. Laut dem Handelsblatt besteht der Verdacht, dass Manager der Deutsche Finance Mitarbeiter der Bayerischen Versorgungskammer (BVK) mit Reisen und Vergünstigungen bestochen haben könnten.

Die Deutsche Finance erklärte gemäss Handelsblatt, sie sei als Dritte durchsucht worden und kooperiere mit den Behörden. Die Vorwürfe weist sie zurück. Die BVK äusserte sich nicht. Es gilt die Unschuldsvermutung. Die Finanzaufsicht BaFin ist an den Durchsuchungen nach eigenen Angaben nicht beteiligt.

Bis zu 853 Mio. Euro im Feuer

Die BVK verwaltete Ende 2024 Kapitalanlagen von rund 117 Mrd. Euro (CHF 107 Mrd.). Über Strukturen der Deutsche Finance flossen rund 1,6 Mrd. Euro (CHF 1,5 Mrd.) in US-Immobilien, darunter die Transamerica Pyramid in San Francisco. Die BVK rechnet mit möglichen Verlusten von bis zu 853 Mio. Euro (CHF 784 Mio.). Das Handelsblatt nennt bis zu 800 Mio. Euro (CHF 735 Mio.). Abgeschrieben sind bisher 163 Mio. Euro (CHF 150 Mio.).

Die Fronten sind verhärtet. Die BVK räumte Verstösse gegen interne Regeln ein, nachdem externe Fachleute eine unangemessene Nähe festgestellt hatten. Ein fristlos entlassener Manager gewann vor dem Arbeitsgericht aus formalen Gründen, das Gericht sah aber erhebliche Pflichtverletzungen. Die Deutsche Finance bestreitet jede Entscheidungsbefugnis bei den Investments. Am 1. September reichte sie in Delaware Klage gegen die BVK ein, unter anderem wegen nicht bezahlter Gebühren von über 31 Mio. Dollar (CHF 25 Mio.).

Auch Privatanleger sind betroffen

Die Probleme gehen über die BVK hinaus. Viele Fonds für Privatanleger legten ihre Jahresabschlüsse verspätet vor, die Analysefirma Scope zog ihr Rating zurück. Die BaFin setzte im Juni einen Sonderbeauftragten bei der Tochter Deutsche Finance Investment ein. Anfang August stellte ein Fonds Insolvenzantrag, rund 1200 Anlegern eines Immobilienprojekts in Boston droht laut Handelsblatt der Totalverlust. Mitte Oktober folgte die erste Schadenersatzklage der Kanzlei Tilp.

Die Gruppe verwaltet nach eigenen Angaben über 12 Mrd. Dollar (CHF 9,8 Mrd.). Eine Verbindung zu Schweizer Pensionskassen nennen die Quellen nicht.

Quellen

  1. Fahnder durchsuchen Deutsche Finance, Manager unter Schmiergeldverdacht (04.11.2026) – Handelsblatt
  2. Munich prosecutors raid Deutsche Finance offices (03.11.2026) – Briefs
  3. Deutsche Finance Group weist Rolle bei BVK-Verlusten zurück (07.01.2026) – private banking magazin
  4. Deutsche Finance Group reicht in den USA Klage gegen die Bayerische Versorgungskammer ein (01.09.2026) – Presseportal / Deutsche Finance Group

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.