Datenschock aus Deutschland: Einzelhandel verliert im September real 2 %, Experten erwarteten ein Plus
Die Deutschen haben im September deutlich weniger eingekauft. Der Umsatz im Einzelhandel sank preisbereinigt um 2 % gegenüber dem Vormonat, erwartet war ein leichtes Plus. Ökonomen sehen die Folgen des Iran-Kriegs nun beim Konsum ankommen.
Das Statistische Bundesamt meldete am 2. November für September einen realen, also um die Preise bereinigten Umsatzrückgang von 2,0 % zum Vormonat. Nominal betrug das Minus 1,5 %. Ökonomen hatten je nach Umfrage mit einem Zuwachs von 0,3 bis 0,4 % gerechnet. Der August wurde leicht auf plus 1,2 % nach unten korrigiert. Gegenüber September 2025 liegt der reale Umsatz 2,3 % tiefer, nominal 1,2 % höher. Die Lücke zeigt, wie stark die Preise die Kaufkraft aufzehren.
Rückgang in fast allen Bereichen
Der Lebensmittelhandel verlor real 1,4 % zum Vormonat, der Handel mit Nicht-Lebensmitteln 2,4 %. Auch der Internet- und Versandhandel gab um 2,2 % nach, liegt aber real noch 4,4 % über dem Vorjahr. Besonders auffällig ist die Lage an den Tankstellen: Dort sank der reale Umsatz im Jahresvergleich um 9,3 %, der nominale stieg dagegen um 16,2 %. Die Kundschaft zahlt also deutlich mehr und tankt weniger.
Ökonomen warnen vor einem schwachen Schlussquartal
Alexander Krüger, Chefvolkswirt der Bank Bethmann HAL, spricht laut Handelsblatt von einem «Datenschock zum Wochenstart». Die schlechte Verbraucherstimmung fordere nun stärker ihren Tribut. Die Folgen des Iran-Kriegs erreichten die Konsumdaten offenbar verzögert, zudem schränke der härtere Arbeitsmarkt die Ausgaben ein. Für das laufende Quartal rechnet er mit einem deutlichen Umsatzminus.
Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, nennt den September auf ganzer Linie enttäuschend und verweist auf die hohen Spritpreise. Er relativiert aber: Das dritte Quartal sei für die Händler insgesamt trotz der Umstände positiv verlaufen. Die deutsche Wirtschaft wuchs von Juli bis September um 0,2 %.
Vorsicht ist bei der Interpretation dennoch angebracht. Die Einzelhandelszahlen sind vorläufig und werden oft stark revidiert. Mit dem September hat das Bundesamt zudem die Stichprobe der meldepflichtigen Firmen ersetzt, rückwirkend ab Januar 2026. Auch deshalb sind weitere Korrekturen möglich.
Warum das in der Schweiz zählt
Deutschland ist für viele Schweizer Firmen ein wichtiger Absatzmarkt. Wie direkt die Schwäche durchschlägt, zeigte sich am selben Tag bei Arbonia: Der Thurgauer Türenhersteller senkte seine Prognose wegen des schleppenden Deutschland-Geschäfts, die Aktie fiel laut cash.ch um rund 7 %.
Quellen
- Einzelhandelsumsatz im September 2026 real um 2,0 % niedriger als im Vormonat (02.11.2026) – Statistisches Bundesamt via Presseportal
- Umsatz im deutschen Einzelhandel bricht überraschend stark ein (02.11.2026) – Handelsblatt
- Deutschland: Umsatz im Einzelhandel gesunken – Hohe Spritpreise bremsen (02.11.2026) – onvista
- Rückschlag für deutschen Einzelhandel im September (02.11.2026) – finanzen.net
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.