Frühstart-Rente: Deutschland zahlt Kindern 10 Euro (CHF 9,20) pro Monat in ein Aktiendepot
Ab 2027 legt der deutsche Staat für jedes Kind zwischen 6 und 18 Jahren monatlich 10 Euro (CHF 9,20) in ein Altersvorsorgedepot. Das Geld fliesst in global gestreute Aktien. In der Schweiz gibt es nichts Vergleichbares.
Der Deutsche Bundestag hat am 16. Oktober die sogenannte Frühstart-Rente beschlossen, mit den Stimmen der Regierungsparteien CDU/CSU und SPD. Grüne und Linke stimmten dagegen, die AfD enthielt sich. Das Gesetz soll am 1. Januar 2027 in Kraft treten. Laut Berichten vom Oktober muss die Länderkammer, der Bundesrat, noch zustimmen.
1440 Euro vom Staat, der Rest kommt von der Börse
Der Bund zahlt jedem berechtigten Kind vom sechsten Geburtstag bis zur Volljährigkeit 10 Euro (CHF 9,20) pro Monat. Über zwölf Jahre sind das 1440 Euro (CHF 1330). Die ersten Zahlungen fliessen 2027. Zuerst sind die Jahrgänge 2020 und 2021 an der Reihe, danach kommt jedes Jahr ein weiterer Jahrgang dazu. Voraussetzung ist ein erster Wohnsitz in Deutschland. Eltern oder Grosseltern dürfen zusätzlich bis zu 6840 Euro (CHF 6300) pro Jahr einzahlen.
Eltern können bei einem privaten Anbieter ein zertifiziertes Standarddepot auf den Namen des Kindes eröffnen. Für den geförderten Teil fallen bis zur Auszahlung keine Abschluss- und Vertriebskosten an. Wer nichts unternimmt, dessen Geld landet in einem staatlichen Sondervermögen, das die Deutsche Bundesbank verwaltet. Dieses darf nach Änderungen im Finanzausschuss nur in breit gestreute globale Aktien oder Aktienfonds investieren. Eine Rendite ist nicht garantiert, Verluste gleicht der Staat nicht aus.
Das Finanzministerium rechnet modellhaft mit 7 % Rendite pro Jahr. Damit kämen bis zum 18. Geburtstag rund 2200 Euro (CHF 2030) zusammen, bis zum 65. Lebensjahr etwa 53 000 Euro (CHF 48 800), auch ohne weitere Einzahlungen. Diese Werte sind nominal, also vor Inflation und Steuern. Ausbezahlt wird grundsätzlich ab 65, die Besteuerung erfolgt erst dann. Das Geld kann später auch für selbst genutztes Wohneigentum eingesetzt werden.
Lob von der Regierung, Kritik der Opposition
Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) sagte, man unterstütze Eltern dabei, früh für ihre Kinder vorzusorgen, und stärke zugleich die Finanzbildung. Der Grünen-Abgeordnete Stefan Schmidt sprach dagegen von einem Zweiklassensystem und einer «Elternlotterie», weil Kinder wohlhabender Eltern dank Zusatzeinzahlungen viel mehr erhalten. Der Bund rechnet 2027 mit Ausgaben von 198 Mio. Euro (CHF 182 Mio.), bis 2030 sollen es 411 Mio. Euro (CHF 379 Mio.) pro Jahr sein.
Und in der Schweiz?
Ein staatlich gefördertes Aktiendepot für Kinder kennt die Schweiz nicht. Die steuerbegünstigte Säule 3a steht laut Bundesamt für Sozialversicherungen nur Personen mit AHV-pflichtigem Erwerbseinkommen offen. Wer mit Pensionskasse arbeitet, darf 2026 höchstens CHF 7258 einzahlen. Kinder ohne Lohn bleiben damit aussen vor. Eltern in der Schweiz sparen für den Nachwuchs deshalb über gewöhnliche Konten oder Fondssparpläne, ohne staatlichen Zustupf.
Quellen
- Frühstart-Rente: Wie aus zehn Euro in Deutschland eine Altersvorsorge werden soll (31.10.2026) – cash.ch / Reuters
- Altersvorsorge: Bundestag beschließt Frühstartrente (16.10.2026) – Stuttgarter Zeitung
- Bundestag beschließt die Frühstartrente (Oktober 2026) – DATEV
- Frühstart-Rente im Bundestag beschlossen (19.10.2026) – Deutsche Rentenversicherung
- Die dritte Säule (abgerufen 31.10.2026) – Bundesamt für Sozialversicherungen
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.