DHL: Express-Gewinn steigt um 50 %, doch die 907 Mio. Euro (CHF 833 Mio.) Reingewinn enttäuschen
DHL verdiente im dritten Quartal 8 % mehr, blieb beim Gewinn für die Aktionäre aber unter den Schätzungen. Der Rückenwind kommt von schweren Expresssendungen und vom Bau von Rechenzentren. Im deutschen Briefgeschäft sinkt der Gewinn dagegen deutlich.
Die DHL Group legte am 5. November die vollständigen Zahlen zum dritten Quartal vor. Der Umsatz stieg um 12,6 % auf 22,7 Mrd. Euro (CHF 20,8 Mrd.), der Betriebsgewinn EBIT um 16,2 % auf 1,7 Mrd. Euro (CHF 1,6 Mrd.). Diese Eckwerte waren seit Mitte Oktober bekannt. Damals hob der Konzern auch sein Jahresziel für das EBIT auf über 7 Mrd. Euro (CHF 6,4 Mrd.) an, nach zuvor über 6,5 Mrd. Euro (CHF 6 Mrd.).
Neu ist der Gewinn für die Aktionäre: Er stieg von 840 Mio. Euro (CHF 771 Mio.) auf 907 Mio. Euro (CHF 833 Mio.). Laut AWP hatten Analysten im Schnitt mehr erwartet. Der Gewinn je Aktie erreichte 0,82 Euro (CHF 0,75). Die Aktie lag am Mittag mit 0,3 % leicht im Plus bei 60,46 Euro (CHF 55,50). Seit Jahresbeginn hat sie mehr als ein Viertel zugelegt.
Express liefert mehr als die Hälfte
Die Sparte Express steigerte das EBIT um 50 % auf 1038 Mio. Euro (CHF 953 Mio.). Das sind rund 60 % des Konzernergebnisses. Etwa 100 Mio. Euro (CHF 92 Mio.) stammen laut DHL aus knappen Luftfrachtkapazitäten, im zweiten Quartal waren es laut Finanzchefin Melanie Kreis 150 Mio. Euro (CHF 138 Mio.). Das tägliche Sendungsgewicht im internationalen Expressgeschäft stieg um 9,7 %. Treiber sind laut Air Cargo News unter anderem Onlineplattformen und der Krieg im Iran. In der Logistik-Sparte Supply Chain nennt DHL zudem Rechenzentren als Wachstumsfeld.
Auch die Luftfracht im Speditionsgeschäft läuft: Der Umsatz wuchs um 30,4 %, die Menge um 12 %. Der Schweizer Konkurrent Kuehne+Nagel meldete für sein Quartal bei der Luftfracht 38 % mehr Umsatz und 10 % mehr Menge. Bei DSV stieg der Umsatz um 16,6 %, die Menge sank aber um 3 %.
Der Brief wird zum Problem
Post & Paket Deutschland verdiente mit 153 Mio. Euro (CHF 140 Mio.) fast 30 % weniger. DHL stellt pro Arbeitstag noch 30 Millionen Briefe zu, vor zehn Jahren waren es 60 Millionen. Die Bundesnetzagentur will das Porto zum Jahreswechsel von 0,95 Euro (CHF 0,87) auf 1,15 Euro (CHF 1,06) anheben. Kreis warnte, höhere Preise beschleunigten tendenziell den Mengenrückgang.
Beim Geldfluss belasteten netto 256 Mio. Euro (CHF 235 Mio.) im Zusammenhang mit US-Zöllen. Die Investitionen sollen 2026 auf rund 3,6 Mrd. Euro (CHF 3,3 Mrd.) steigen. Die Mittelfristprognose will DHL im März 2027 überprüfen.
Quellen
- KI-Boom kommt bei DHL an (05.11.2026) – cash.ch / AWP
- DHL Group continues its growth trajectory in the third quarter and significantly increases revenue and earnings (05.11.2026) – DHL Group
- DHL forwarding sees airfreight rise but some volumes move to express (05.11.2026) – Air Cargo News
- DHL AG raises full year 2026 earnings guidance (16.10.2026) – DHL Group
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.