Hedgefonds Elliott warnt vor grossem Bärenmarkt: «Praktisch jede Alarmglocke» läutet
Der Hedgefonds Elliott sieht laut Wall Street Journal alle Warnsignale für einen kräftigen Kursrückgang. Im Brief an die Investoren nennt er KI-Erwartungen und spekulativen Handel als Risiken. Das eigene Ergebnis fällt 2026 bisher mager aus.
Elliott Investment Management, 1977 von Paul Singer gegründet, verwaltet rund 80 Mrd. Dollar (CHF 66 Mrd.). Laut einem Investorenbrief, den das Wall Street Journal einsehen konnte, blieb die Rendite im dritten Quartal flach. In den ersten neun Monaten lag das Plus unter 2 %. Die Nachrichtenagentur Reuters griff den Bericht am 2. November auf, konnte den Brief aber nicht selbst prüfen. Elliott war für sie zunächst nicht erreichbar.
Alarm wegen Spekulation und KI
Sinngemäss schreibt der Fonds, zurzeit schrille praktisch jede Alarmglocke, die vor einem erheblichen Bärenmarkt warnt. Von einem Bärenmarkt spricht man meist ab einem Rückgang um 20 % vom Höchststand. Das Journal fasst die Stimmung im Titel mit dem Kürzel «FOGO» zusammen, «Fear of Getting Obliterated», also der Angst, ausgelöscht zu werden. Es ist ein Wortspiel auf «FOMO», die Angst, etwas zu verpassen.
Als Verzerrung nennt Elliott den Handel mit Zero-Day-Optionen, die noch am selben Tag verfallen, sowie mit Meme-Aktien, also Titeln, die vor allem wegen Internet-Trends steigen. Das habe mehr mit Glücksspiel als mit Investieren zu tun. Das grösste Risiko sieht der Fonds bei der künstlichen Intelligenz: Sinken die Erwartungen an die KI-Investitionen, könnte das laut Brief einen schweren Abschwung auslösen.
Eine bekannte Warnung
Neu ist der Ton nicht. Schon im Februar 2025 sagte Singer in einem Gespräch mit Nicolai Tangen, dem Chef des norwegischen Staatsfonds, die Aktienmärkte seien so riskant wie selten zuvor. Den praktischen Nutzen von KI nannte er damals stark übertrieben. Er bezweifelte, dass sich die Milliardeninvestitionen der grossen Technologiekonzerne auszahlen.
Elliott ist vor allem als aktivistischer Investor bekannt, der bei Firmen einsteigt und auf Veränderungen drängt. Laut Reuters hält der Fonds grosse Positionen unter anderem bei PepsiCo und Synopsys. Wie der Fonds selbst auf die erwartete Schwäche ausgerichtet ist, geht aus den verfügbaren Angaben zum Brief nicht hervor.
Quellen
- Hedge fund Elliott gains less than 2% through September, WSJ reports (02.11.2026) – Reuters via MarketScreener
- Paul Singer interview with Nicolai Tangen (26.02.2025) – MarketWatch via Tiger Brokers
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.