EU startet Chipdesign-Plattform: 525 Mio. Euro (CHF 481 Mio.) sollen Start-ups in die Branche holen
Die EU-Kommission will junge Chipentwickler mit einer gemeinsamen Plattform stärken. Europäische Firmen erzielen weniger als 1 % der weltweiten Umsätze im Chipdesign. Deutschland ist am Programm nicht beteiligt, dafür machen Grossbritannien, Israel und die Türkei mit.
Kommissionsvizepräsidentin Henna Virkkunen stellte die European Chip Design Platform am 4. November in Brüssel vor. Insgesamt stehen 525 Mio. Euro (CHF 481 Mio.) bereit. Davon stammen 285 Mio. Euro (CHF 261 Mio.) aus dem EU-Haushalt und 240 Mio. Euro (CHF 220 Mio.) von Staaten, die sich am gemeinsamen Chipprogramm beteiligen. Neben mehreren EU-Ländern gehören laut Handelsblatt das Vereinigte Königreich, Israel und die Türkei dazu. Deutschland fehlt.
Teure Werkzeuge für junge Firmen
Von der Summe fliessen 440 Mio. Euro (CHF 403 Mio.) in Zuschüsse, 85 Mio. Euro (CHF 78 Mio.) in die Plattform selbst. Junge Firmen können bis zu 100 000 Euro (CHF 92 000) für erste Prototypen beantragen, weiter fortgeschrittene bis zu 16 Mio. Euro (CHF 15 Mio.). Sie erhalten über die Cloud Zugang zu Entwurfssoftware und zu fertigen Schaltungsbausteinen, dazu Beratung und Produktionskapazität. Gerade diese Mittel sind laut der Kommission für Firmen in der Frühphase oft am teuersten. Geführt wird die Plattform von einer Partnergruppe um das belgische Forschungszentrum imec. Rund 20 Start-ups nehmen laut dem Fachportal The Next Web bereits an einem Vorbereitungsprogramm teil.
Fertigung braucht eigene Kunden
Die Kommission begründet den Schritt damit, dass neue Fabriken in Europa nur dann tragfähig seien, wenn hiesige Entwickler genügend Nachfrage schafften. Virkkunen sagte sinngemäss, ohne Erfolg im Design könne Europa seine Stellung in der Halbleiterindustrie nicht stärken.
Die Plattform ist ein Baustein des EU-Chipgesetzes von 2023. Dieses soll den Anteil Europas an der weltweiten Chipfertigung bis 2030 von rund 10 auf 20 % steigern. Das Portal Brussels Signal hält dieses Ziel für verfehlt, verweist aber auf öffentliche und private Investitionen von über 52 Mrd. Euro (CHF 48 Mrd.). Die USA stellten mit ihrem Chips Act von 2022 rund 52 Mrd. Dollar (CHF 42 Mrd.) allein an Subventionen bereit.
Deutschland und die Niederlande fördern zudem separat mit 40 Mio. Euro (CHF 37 Mio.) den Einsatz von KI beim Entwurf von KI-Chips.
Quellen
- €525 million investment set to drive new generation of European chip design companies (04.11.2026) – Europäische Kommission
- Künstliche Intelligenz: EU will Chips aus Europa mit halber Milliarde Euro fördern (05.11.2026) – Handelsblatt
- EU launches €525M platform to back European chip design start-ups (05.11.2026) – The Next Web
- Brussels bets on chip designers after Chips Act misses production target (05.11.2026) – Brussels Signal
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.