EU-Umweltausschuss lockert das Verbrenner-Aus: Autoaktien steigen, Streit um Plug-in-Hybride bleibt
Neue Verbrenner könnten in der EU auch nach 2035 zugelassen bleiben: Der Umweltausschuss des Europaparlaments will das CO2-Ziel auf 87,5 % senken. Die Autoaktien legen zu. Entschieden ist aber noch nichts, das Plenum stimmt Mitte Dezember ab.
Der Umweltausschuss des Europaparlaments hat sich am 4. November mehrheitlich für eine Lockerung des sogenannten Verbrenner-Aus ausgesprochen. Vorausgegangen war eine Verständigung von Unterhändlern mehrerer Fraktionen. Bisher ist vorgesehen, dass ab 2035 in der EU nur noch emissionsfreie Neuwagen zugelassen werden.
Nach dem Vorschlag soll der CO2-Ausstoss neuer Autos bis 2035 um 87,5 % gegenüber 2021 sinken. Der Grundwert liegt bei 95 %. Wer klimafreundlich hergestellten Stahl verbaut, darf aber um 7,5 Prozentpunkte darüber bleiben, ohne Strafzahlungen zu riskieren. So könnten die Hersteller weiterhin neue Verbrenner und Hybridautos verkaufen.
Noch zwei Hürden
Der Beschluss bereitet die Abstimmung im gesamten Parlament vor, die für Mitte Dezember erwartet wird. Parallel erarbeiten die 27 Mitgliedstaaten ihre gemeinsame Haltung. Ohne Einigung von Parlament und Rat tritt keine Änderung in Kraft.
An der Börse kam die Nachricht an einem ohnehin starken Tag an. Der DAX lag am Nachmittag rund 2,2 % im Plus. Im Xetra-Handel stiegen die Vorzugsaktien von Volkswagen zeitweise um 3,6 % auf 71,14 Euro (CHF 65), Mercedes-Benz um 3,8 % auf 42,03 Euro (CHF 39) und BMW um 3,7 % auf 59,96 Euro (CHF 55). BMW hatte am Vortag seine Gewinnprognose erneut gesenkt.
Plug-in-Hybride bleiben ein Streitpunkt
Zufrieden ist die Branche nicht. Hildegard Müller, Präsidentin des deutschen Autoverbands VDA, kritisiert die Regeln für den sogenannten Utility Factor. Das ist die Methode, mit der die Emissionen von Plug-in-Hybriden berechnet werden. Sie wird zum 29. November verschärft und wirkt ab 2027 breiter. Die Hersteller müssten dann mehr Elektroautos verkaufen, um das CO2-Ziel für 2030 zu erreichen. Müller sieht allein in Deutschland rund 50 000 Stellen gefährdet, vor allem bei Zulieferern.
Drei Ausschüsse sprachen sich dafür aus, die Berechnung für in der EU gebaute Plug-in-Hybride bis Ende 2029 nicht zu ändern. Eine unmittelbare Folge hat das nicht, handeln müsste die EU-Kommission. Die Umweltorganisation Transport & Environment hält dagegen, die Emissionen würden sonst weiter unterschätzt.
Noch schärfer äusserte sich vor der Abstimmung die Deutsche Umwelthilfe. Sie kritisierte die geplante Fahrzeugkategorie für Autos, die nur mit zugelassenen Treibstoffen fahren. Ihr Geschäftsführer Jürgen Resch sprach von einem Einfallstor für Betrug, weil niemand zuverlässig ausschliessen könne, dass doch fossiler Treibstoff getankt werde.
Quellen
- EU-Abgeordnete stimmen für Aufweichung des Verbrenner-Aus (04.11.2026) – Handelsblatt / dpa
- Neuer Schwung für Aktien von VW, Mercedes-Benz & Co.? EU-Abgeordnete stimmen für Aufweichung des Verbrenner-Aus (04.11.2026) – finanzen.net / dpa-AFX
- European Parliament lawmakers to vote on easing internal combustion engine phaseout (03.11.2026) – MarketScreener
- EU-Abstimmung zu CO2-Flottengrenzwerten (02.11.2026) – Deutsche Umwelthilfe / presseportal
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.