Eurozone: Erzeugerpreise steigen um 11,1 %, ohne Energie sind es nur 3,5 %
Die Industrie im Euroraum verlangte im September 11,1 % mehr als vor einem Jahr, so viel wie seit Februar 2023 nicht mehr. Fast der ganze Schub kommt von der Energie, die sich um 30,8 % verteuerte. Das hält den Druck auf die EZB hoch.
Eurostat hat am 5. November die Erzeugerpreise für September veröffentlicht. Sie stiegen im Jahresvergleich um 11,1 %, nach revidiert 8,3 % im August und 5,8 % im Juli. Umfragen unter Ökonomen lagen je nach Erhebung bei 10,6 bis 10,9 %. Gegenüber dem Vormonat betrug das Plus 2,5 %, wie erwartet.
Erzeugerpreise messen, was Hersteller beim Verkauf ab Werk verlangen. Sie gelten als Vorbote der Konsumentenpreise, weil Firmen höhere Kosten oft mit Verzögerung weitergeben.
Energie treibt fast allein
Energie kostete 30,8 % mehr als vor einem Jahr, im August waren es noch 21 %. Allein von August auf September betrug der Anstieg 7,8 %. Der Grund sind die Folgen des Iran-Kriegs, die die Energiepreise seit Monaten nach oben treiben.
Ohne Energie lag die Jahresrate bei 3,5 %, nach 3,4 % im Vormonat. Im Monatsvergleich blieb dieser Kern mit 0,1 % fast unverändert. Vorleistungsgüter, also Teile und Materialien für die Weiterverarbeitung, verteuerten sich um 7,1 %. Investitionsgüter lagen 2,7 % und langlebige Konsumgüter 3,4 % im Plus. Kurzlebige Konsumgüter wie Lebensmittel kosteten 0,6 % weniger als vor einem Jahr.
Grosse Unterschiede zwischen den Ländern
Die Spanne im Euroraum ist breit. In Deutschland stiegen die Erzeugerpreise um 6,7 %, in Frankreich um 6,8 %. Italien meldete 17,4 %, Spanien 18,3 % und Irland 19,9 %. Luxemburg war laut Anadolu mit minus 8,1 % das einzige EU-Land mit einem Rückgang. In der gesamten EU betrug das Plus 10,9 %.
Die Daten treffen auf eine ohnehin hohe Teuerung. Die Konsumentenpreise im Euroraum stiegen im Oktober um 4,0 %, deutlich über dem EZB-Ziel von 2 %. Eine Zinserhöhung im Dezember gilt deshalb als wahrscheinlich.
Quellen
- Erzeugerpreise in der Eurozone mit stärkstem Anstieg seit über 3 Jahren (05.11.2026) – cash.ch / AWP
- Eurozone PPI Hits 11.1% as Energy Drives Inflation, While Non-Energy Prices Barely Rise (05.11.2026) – ActionForex
- Eurozone producer inflation reaches 11.1% in September (05.11.2026) – UA.News / Anadolu
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.