Evonik lehnt Verhandlungen über BASF-Angebot von 24 Euro (CHF 22,06) je Aktie ab
Der Essener Chemiekonzern Evonik will auch über das nachgebesserte Übernahmeangebot von BASF nicht verhandeln. Die Offerte bewertet Evonik mit rund 11,2 Mrd. Euro (CHF 10,3 Mrd.). Die Aktie notiert weiter klar unter dem gebotenen Preis.
Evonik hat am Freitag, 30. Oktober, mitgeteilt, dass der Vorstand nicht in Verhandlungen mit BASF eintreten will. BASF hatte ihr indikatives Angebot zuvor von 22,15 Euro (CHF 20,36) auf 24 Euro (CHF 22,06) je Aktie erhöht. Das entspricht einer Aufbesserung um rund 8 %. Den Gesamtwert beziffert die Nachrichtenagentur Reuters auf 11,18 Mrd. Euro (CHF 10,3 Mrd.). Das erste Angebot über rund 10,3 Mrd. Euro (CHF 9,5 Mrd.) hatte Evonik bereits im September zurückgewiesen.
Ganz zu ist die Tür allerdings nicht. Laut Börsen-Zeitung ist der Vorstand zu einem «rein informativen und vertraulichen Austausch» bereit. Evonik will dabei die eigene Position darlegen, BASF soll ihre Beweggründe erläutern. Evonik konzentriere sich auf die Weiterentwicklung als eigenständiges Unternehmen, heisst es.
Warum Evonik zögert
Nach Angaben einer mit der Sache vertrauten Person, die Reuters zitiert, zweifelt Evonik weiterhin an der industriellen Logik eines Zusammenschlusses. Die Financial Times hatte bereits am Donnerstag berichtet, Evonik halte sich für unterbewertet. Zudem prüfe der Konzern laut dem Bericht den Kauf des US-Spezialchemiekonzerns Ashland für rund 3,3 Mrd. Dollar (CHF 2,7 Mrd.). BASF halte diesen Schritt für riskant. Beides sind Medienberichte, die die Unternehmen nicht bestätigt haben.
BASF zeigte sich laut Reuters überrascht, dass Evonik das «attraktive Angebot» nicht prüfe. Der Konzern verwies auf umfangreiche Zusagen für Beschäftigte und Standorte. BASF-Chef Markus Kamieth hatte vergangene Woche erklärt, betriebsbedingte Kündigungen bei Evonik blieben bis 2032 ausgeschlossen. Ein noch höheres Gebot schliesst BASF gemäss Reuters aus. Evonik-Chef Christian Kullmann ist seit August krankgeschrieben.
Die RAG-Stiftung hat das letzte Wort
Entscheidend ist die RAG-Stiftung. Sie hält rund 43 % an Evonik und finanziert die Folgekosten des 2018 beendeten Steinkohlebergbaus in Deutschland. In ihrem Kuratorium sitzen unter anderem die Regierungschefs von Nordrhein-Westfalen und dem Saarland sowie die Bundesminister für Wirtschaft und Finanzen. Gegen ihren Willen ist eine Übernahme kaum möglich. Laut Börsen-Zeitung müsste BASF Evonik und die Stiftung gemeinsam an den Verhandlungstisch bringen.
An der Börse rechnen Anleger offenbar nicht mit einem raschen Abschluss. Die Evonik-Aktie notierte am Freitagmittag bei rund 20,90 Euro (CHF 19,21) und damit gut 0,5 % tiefer als am Vortag. Bis zum gebotenen Preis fehlen fast 15 %. Die BASF-Aktie gab leicht nach.
Quellen
- Evonik weist BASF-Offerte zurück (30.10.2026) – Börsen-Zeitung
- Evonik rejects BASF bid despite sweetened $12.5 billion terms (30.10.2026) – Reuters via AOL
- Evonik Expected to Reject BASF's Sweetened $12.5B Takeover Bid (30.10.2026) – Global Banking & Finance Review (Reuters)
- ROUNDUP 2/Kreise: BASF geht mit höherer Offerte auf Evonik zu - 24 Euro je Aktie (23.10.2026) – Der Aktionär (dpa-AFX)
- Evonik stands up to Basf and rejects the improved takeover bid (30.10.2026) – Demócrata
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.