Fitch senkt Frankreichs Ausblick auf negativ: Schuldenquote soll bis 2028 auf 124 % steigen
Die Ratingagentur Fitch lässt die Note von Frankreich bei A+, warnt aber mit einem negativen Ausblick vor einer möglichen Herabstufung. Die Wirtschaft schrumpft, die Renditen steigen, und ein Budget für 2027 ist im Parlament nicht gesichert.
Fitch hat am Abend des 30. Oktober den Ausblick für Frankreich von «stabil» auf «negativ» gesenkt, die Note A+ aber bestätigt. Ein negativer Ausblick signalisiert ein erhöhtes Risiko, dass das Rating später gesenkt wird. Seit der letzten Überprüfung im August hätten sich Wachstum, Finanzierungskosten und Defizit verschlechtert, begründet die Agentur den Schritt. Das mache die ohnehin fragile Schuldenentwicklung noch schwieriger.
Laut Fitch dürfte die Staatsverschuldung bis 2028 auf rund 124 % des Bruttoinlandprodukts steigen, nach 115,7 % im Jahr 2025. Die Note stützen weiterhin die grosse, breit aufgestellte Wirtschaft, starke Institutionen und die Mitgliedschaft in der Eurozone.
Wirtschaft schrumpft, Renditen auf dem Stand von 2002
Die Zahlen aus Paris waren zuletzt schwach. Das Bruttoinlandprodukt sank im dritten Quartal laut der ersten Schätzung des Statistikamts Insee um 0,1 %, von Reuters befragte Ökonomen hatten ein Plus von 0,1 % erwartet. Im zweiten Quartal hatte die Wirtschaft stagniert. Die Teuerung stieg im Oktober auf den höchsten Stand seit Ende 2023.
An den Anleihemärkten ist der Druck bereits sichtbar: Die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen kletterte im Oktober laut Reuters auf über 5,14 %, den höchsten Wert seit 2002. Moody's hatte die Note Aa3 mit negativem Ausblick wenige Tage zuvor noch bestätigt, obwohl die meisten Analysten eine Herabstufung erwartet hatten.
Budget ohne Mehrheit
Entscheidend ist nun das Budget. Wirtschafts- und Finanzminister Roland Lescure nahm den Entscheid zur Kenntnis und verlangte, bis Jahresende einen verantwortungsvollen Haushalt zu verabschieden. Die Regierung will das Defizit auf 5 % senken. Ohne Budget steuere das Land gegen eine Wand, sagte er gemäss Euronews sinngemäss.
Der Regierung fehlt im Parlament jedoch die Mehrheit, und die Präsidentschaftswahl 2027 rückt näher. Fitch erwartet trotzdem, dass der Haushalt mit Mitteln der Verfassung durchgesetzt wird. Lescure schliesst den Artikel 49.3 nicht aus, der eine Verabschiedung ohne Schlussabstimmung erlaubt. Auch Verordnungen stehen im Raum, sie wurden seit 1958 aber nie für ein Budget eingesetzt. Der Ökonom Jérôme Mathis von der Université Paris-Dauphine meint gegenüber Euronews, ein solches Budget würde die Unsicherheit kurzfristig senken, die Glaubwürdigkeit aber nicht dauerhaft wiederherstellen.
Für den Euro bleibt das ein Belastungsfaktor. Er sei zwar gestiegen, könne nach dem Fitch-Entscheid aber schwach bleiben, heisst es im Wall Street Journal. Am Montagmorgen kostete ein Euro rund 92 Rappen.
Quellen
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.