Fitch senkt Ausblick für Frankreich auf negativ: Herabstufung unter A+ rückt näher
Die Ratingagentur Fitch hat am Freitagabend den Ausblick für Frankreichs Kreditwürdigkeit von stabil auf negativ gesenkt. Die Note A+ bleibt vorerst bestehen. Fitch begründet den Schritt mit schwächerem Wachstum, höheren Zinskosten und einem grösseren Defizit.
Fitch hat die langfristige Bonitätsnote Frankreichs am 30. Oktober bei A+ bestätigt, den Ausblick aber auf negativ gesenkt. Ein negativer Ausblick signalisiert, dass die Agentur in den kommenden Monaten eine Herabstufung für möglich hält. Der nächste Schritt nach unten wäre die Note A. Die nächste Überprüfung will Fitch spätestens Ende Februar 2027 vornehmen.
Die Lage habe sich seit der letzten Prüfung Ende August verschlechtert, schreibt Fitch laut Berichten mehrerer Finanzdienste. Genannt werden ein schwächeres Wachstum, gestiegene Finanzierungskosten und ein höheres Defizit. Dazu komme eine stark zersplitterte politische Landschaft, die es erschwere, sich auf eine glaubwürdige Haushaltsstrategie zu einigen und sie umzusetzen.
Defizit deutlich über dem Ziel
Schon Mitte Oktober hatte Fitch vor einer Verschlechterung gewarnt. Damals hob die Agentur ihre Defizitprognose für 2026 auf 5,4 % des Bruttoinlandprodukts an. Die Regierung hatte 5,0 % angestrebt. Ohne neue Massnahmen würde das Defizit 2027 laut Fitch auf 6,4 % steigen. Der Budgetentwurf von Premierminister Sébastien Lecornu sieht deshalb Einsparungen von 43 Mrd. Euro (CHF 39,6 Mrd.) vor, unter anderem eine Lohnrunde ohne Erhöhung im öffentlichen Dienst. Das Parlament berät den Haushalt noch.
Um die Schuldenquote zu stabilisieren, braucht es nach Fitch-Rechnung eine kumulierte Konsolidierung von rund 3,5 % des Bruttoinlandprodukts. Die Zinslast dürfte bis 2028 weiter steigen. Die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen kletterte im Oktober auf fast 5 %, nach durchschnittlich 3,4 % im Jahr 2025.
Wahlen 2027 als Unsicherheit
Fitch zweifelt auch daran, dass Frankreich nach den voraussichtlichen Präsidentschafts- und Parlamentswahlen 2027 genug spart. Zudem schränkten die jüngsten Proteste und der geringe finanzielle Spielraum die Möglichkeiten ein, die Wirtschaft gegen einen erneuten Energieschock abzufedern. Finanzminister Roland Lescure nahm den Entscheid laut französischen Medien zur Kenntnis. Er sieht darin eine Bestätigung, dass bis Ende Jahr ein verantwortungsvoller Haushalt verabschiedet werden müsse. Die Regierung hält am Defizitziel von 5 % für 2027 fest.
Moody's hatte am 23. Oktober noch auf eine Änderung verzichtet. Die Fitch-Entscheidung fiel nach Börsenschluss in Europa. Die Märkte können erst am Montag reagieren.
Quellen
- Fitch Lowers France's Outlook to Negative From Stable (30.10.2026) – Wall Street Journal (Feed-Meldung)
- Fitch revises France's outlook to negative; affirms at 'A+' (30.10.2026) – TLT News / rallies.ai
- Fitch : la note A+ de la France maintenue, perspective abaissée à négative (30.10.2026) – stephanelarue.com
- France's 2027 budget points to weaker fiscal start: Fitch (16.10.2026) – Fibre2Fashion
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.