Ford übertrifft Gewinnerwartung, doch Rohstoffkosten von fast 2,5 Mrd. Dollar bremsen die Aktie
Ford hat im dritten Quartal mehr verdient als erwartet und die Untergrenze seiner Jahresprognose angehoben. Weil der Iran-Krieg Rohstoffe und Fracht verteuert und 2027 kaum Gewinnwachstum bringen soll, gab die Aktie nachbörslich leicht nach.
Der US-Autokonzern Ford hat am 28. Oktober nach Börsenschluss in New York seine Zahlen zum dritten Quartal vorgelegt. Der Umsatz sank um 2 % auf 49,5 Mrd. Dollar. Hauptgrund ist laut Investing.com, dass die Modelle Escape und Corsair nicht mehr gebaut werden. Der bereinigte Betriebsgewinn (EBIT) stieg dagegen leicht auf 2,7 Mrd. Dollar, die Marge verbesserte sich von 5,1 auf 5,4 %.
Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 49 Cent. Analysten hatten laut Daten von LSEG nur mit 40 Cent gerechnet, wie das Handelsblatt berichtet. Unter dem Strich verdiente Ford 2,0 Mrd. Dollar nach 2,4 Mrd. Dollar im Vorjahresquartal. Der bereinigte freie Mittelzufluss erreichte 4,7 Mrd. Dollar.
Gewinne bei Verbrennern und Nutzfahrzeugen, Verluste bei Elektroautos
Die Sparte Ford Blue mit Benzin- und Hybridfahrzeugen erzielte einen Betriebsgewinn von 1,4 Mrd. Dollar, 10 % weniger als vor einem Jahr. Das Nutzfahrzeuggeschäft Ford Pro verdiente 1,7 Mrd. Dollar, ein Rückgang um 16 %. Die Elektrosparte Model e schrieb erneut einen Verlust von 1,1 Mrd. Dollar, allerdings ein Viertel weniger als im Vorjahr. Die Finanzierungstochter Ford Credit steigerte ihren Gewinn vor Steuern um 27 % auf 803 Mio. Dollar.
Produktionsausfälle beim Pickup F-150 nach einem Brand beim Aluminiumlieferanten Novelis hatten Ford zuletzt belastet. Finanzchefin Sherry House sagte laut Handelsblatt, diese Probleme seien grösstenteils überwunden.
Prognose leicht erhöht, Gegenwind durch Iran-Krieg
Für 2026 erwartet Ford neu einen bereinigten Betriebsgewinn von 10,5 bis 11 Mrd. Dollar. Bisher lag die Untergrenze bei 10 Mrd. Dollar. Beim freien Mittelzufluss bleibt es bei 6 bis 7 Mrd. Dollar. Gleichzeitig rechnet der Konzern nun mit Mehrkosten für Rohstoffe von knapp 2,5 Mrd. Dollar gegenüber dem Vorjahr, rund 500 Mio. Dollar mehr als bisher. Teurer geworden sind laut Ford vor allem Kupfer, Stahl, Treibstoff und Chips. Der Iran-Krieg treibt zudem die Frachtkosten.
Für 2027 stellt Ford einen Gewinn etwa auf dem Niveau von 2026 in Aussicht. Rohstoffe, Speicherchips und Logistik dürften dann erneut rund 2 Mrd. Dollar zusätzlich kosten. Die Ausgaben für Elektroautos steigen, etwa für das günstige Modell Fathom, das Ende 2027 für unter 30 000 Dollar auf den Markt kommen soll. Konzernchef Jim Farley hält am Ziel einer bereinigten EBIT-Marge von 8 % bis 2029 fest.
Die Aktie hatte im regulären Handel um gut 2 % auf 11,95 Dollar zugelegt. Nachbörslich verlor sie rund 1 bis 1,4 % und bewegt sich damit im unteren Bereich ihrer Spanne der letzten zwölf Monate (11,11 bis 17,78 Dollar). Die Quartalsdividende bleibt bei 15 Cent je Aktie.
Quellen
- Ford Reports Third-Quarter 2026 Financial Results, Exhibit 99 zum Form 8-K (28.10.2026) – Ford Motor Company / SEC
- Autobauer: Ford übertrifft Gewinnerwartungen trotz höherer Rohstoffkosten (28.10.2026) – Handelsblatt
- Ford Q3 2026 slides: profit beats on cost discipline, guidance raised (29.10.2026) – Investing.com
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.