Frankreich: Abgeordnete wollen Inflationsanleihen abschaffen, Kosten über 10 Mrd. Euro (CHF 9,2 Mrd.)
Die hohe Teuerung macht Frankreichs inflationsgebundene Staatsanleihen teuer. Eine Mehrheit der Abgeordneten verlangt nun das Ende dieses Finanzierungswegs. Für den Staat steht viel Geld auf dem Spiel, für Anleger ein wichtiges Instrument gegen Geldentwertung.
Frankreich gibt seit Jahren Staatsanleihen aus, deren Rückzahlung und Zins an die Teuerung gekoppelt sind. Steigen die Preise, steigt auch die Schuld des Staates. Dieser Mechanismus dürfte 2026 mehr als 10 Mrd. Euro (CHF 9,2 Mrd.) kosten, wie Le Monde berichtet. Eine Mehrheit der Abgeordneten der Nationalversammlung forderte deshalb am 4. November das Ende des Systems. Bekannt ist bisher nur diese Forderung, ein beschlossenes Gesetz gibt es nicht. Ob sie nur neue Emissionen betrifft, geht aus den zugänglichen Angaben nicht hervor.
Teuerung reisst Loch ins Budget
Wie stark die Anleihen das Budget treffen, zeigt die am 4. November eingereichte Haushaltsfortschreibung für 2026. Von 6,6 Mrd. Euro (CHF 6 Mrd.) ungeplanten Mehrausgaben des Staates entfallen laut dem Fachportal France Épargne 5,8 Mrd. Euro (CHF 5,3 Mrd.) auf die indexierten Anleihen. Die Regierung rechnet mit einer Teuerung von 3,7 % im Euro-Raum, der Hohe Rat für öffentliche Finanzen mit rund 4 %. Das unabhängige Gremium erwartet deshalb, dass die Rückstellung um etwa 0,7 Mrd. Euro (CHF 640 Mio.) zu tief ist und das Defizit 5,5 statt 5,4 % des Bruttoinlandprodukts erreicht.
Die Zinslast aller öffentlichen Haushalte soll 2026 auf 81 Mrd. Euro (CHF 74 Mrd.) steigen, nach 66 Mrd. Euro (CHF 60 Mrd.) im Vorjahr. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen liegt bei rund 4,9 %, im Budget waren 4,2 % eingeplant.
Eine alte Forderung kehrt zurück
Die Debatte ist nicht neu. Ein Bericht der Finanzkommission unter dem Abgeordneten Kévin Mauvieux empfahl schon im Mai 2023, die Indexierung schrittweise zu beenden. Damals lagen 262 Mrd. Euro (CHF 240 Mrd.) in solchen Papieren, 11,5 % der Staatsschuld. Ein dauerhaft um einen Prozentpunkt höhere Teuerung kostet laut dem Bericht jährlich rund 2,5 Mrd. Euro (CHF 2,3 Mrd.). 2022 erreichte die Belastung den Rekord von 15,5 Mrd. Euro (CHF 14 Mrd.).
Der Bericht von 2023 hielt fest, dass den theoretischen Vorzügen der Papiere klare Risiken gegenüberstehen. Bei solchen Anleihen trägt der Staat das Inflationsrisiko, das bei normalen Anleihen die Anleger tragen.
Quellen
- Dette : les députés veulent mettre fin aux emprunts d'Etat indexés sur l'inflation (05.11.2026, Auszug) – Le Monde via Titres Presse
- Fin de gestion 2026 : la dette indexée pèse sur le déficit (November 2026) – France Épargne
- Rapport d'information sur les OAT indexées, Synthèse (31.05.2023) – Assemblée nationale
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.