Konjunktur

Frankreich: Löhne im Privatsektor sinken real um 1,1 %, die Teuerung frisst das Plus auf

6. November 2026, 13:25 Uhr · 1 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Die Grundlöhne im französischen Privatsektor sind im dritten Quartal nominal um 1,9 % gestiegen. Nach Abzug der Teuerung bleibt ein Minus von 1,1 %. Damit dreht das Bild gegenüber dem Frühjahr, als die Kaufkraft noch leicht zugelegt hatte.

Das zeigen die am 6. November veröffentlichten Zahlen des Statistikdienstes des französischen Arbeitsministeriums. Der monatliche Grundlohn stieg gegenüber dem Vorquartal nur um 0,2 %. Im zweiten Quartal waren es noch 0,7 % gewesen. Im Jahresvergleich verharrte das nominale Plus bei 1,9 %. Damals bedeutete das real, also nach Teuerung, noch einen Gewinn von 0,2 %. Nun steht ein Verlust von 1,1 %, was rechnerisch einer Teuerung von rund 3 % entspricht.

Alle Berufsgruppen verlieren

Der Rückgang trifft alle Gruppen. Bei den Arbeitern beträgt das reale Minus 1,2 %, bei den Angestellten 0,8 %. Am stärksten fällt es mit 1,3 % bei den mittleren Berufen und Kadern aus. Auch der Stundenlohn von Arbeitern und Angestellten in Betrieben ab zehn Beschäftigten stieg nominal um 2,1 %, real sank er um 1 %.

Die Zahlen kommen zu einem heiklen Zeitpunkt. Am 5. November gingen laut den Gewerkschaften über 1,5 Millionen Menschen auf die Strasse, die Behörden zählten 575 000. Die Teuerung nach europäischer Messung lag in Frankreich laut Eurostat im Oktober bei 3,8 %. Im Euro-Raum sind die Energiepreise der Haupttreiber. Der Druck auf die Kaufkraft dürfte deshalb vorerst nicht nachlassen.

Signal für die EZB

Für die Europäische Zentralbank haben die Zahlen zwei Seiten. Wenn die Löhne der Teuerung nicht folgen, ist die Gefahr einer Lohn-Preis-Spirale, also gegenseitig hochschaukelnder Löhne und Preise, geringer. Das spricht gegen eine rasche Verfestigung der Inflation. Gleichzeitig dämpft sinkende Kaufkraft den Konsum, eine wichtige Stütze der zweitgrössten Volkswirtschaft im Euro-Raum. Frankreich kämpft zudem mit einem Staatsdefizit von geplant 5,4 % der Wirtschaftsleistung und hat wenig Spielraum für Entlastungen.

Quellen

  1. Pourquoi le salaire de base a baissé au troisième trimestre en France (06.11.2026) – MoneyVox / AFP
  2. Les salaires du privé ont baissé de 1,1 % sur un an, en prenant en compte l'inflation (06.11.2026) – Le Monde
  3. Salaires : une hausse de 1,9 % sur un an dans le privé (15.09.2026) – Partners Finances

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.