Handelskammer Schweiz-USA nach den Midterms: «Ich glaube nicht, dass die Zölle verschwinden werden»
Der Sieg der Demokraten bringt der Schweizer Exportwirtschaft laut der Schweizerisch-Amerikanischen Handelskammer keine Wende. Die Zollpolitik bleibe beim Präsidenten. Ein verbindliches Abkommen mit den USA fehlt weiterhin.
Für Schweizer Exporteure ändert der Machtwechsel im US-Kongress vorerst wenig. Das sagte Rahul Sahgal, Direktor der Schweizerisch-Amerikanischen Handelskammer, am 4. November gegenüber Keystone-SDA. «Ich glaube nicht, dass die Zölle verschwinden werden», so Sahgal. Das Sagen in dieser Frage habe weiterhin der Präsident. Unter der Aufsicht der Demokraten müsse Donald Trump allerdings «etwas vorsichtiger vorgehen».
Die grösste Überraschung der Wahl ist für Sahgal das Ausmass des demokratischen Erfolgs im Senat. Langfristig müsse die Schweiz «zwischen der republikanischen Exekutive und dem demokratischen Kongress lavieren». Er erwartet, dass sich der Kongress stärker auf Rahmenbedingungen konzentriert, etwa auf Klimawandel, Einwanderung und die Kaufkraft, besonders im Gesundheitsbereich. Trump dürfte sich demnach mehr der Aussen- und Sicherheitspolitik zuwenden.
Was heute für Schweizer Waren gilt
Seit dem 24. Juli erheben die USA gestützt auf Section 301 einen Zusatzzoll auf Schweizer Waren. Dieses Gesetz erlaubt Massnahmen gegen unfaire Handelspraktiken, begründet wurde der Schritt mit Untersuchungen zur Zwangsarbeit. Laut Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) ist der Satz variabel und beträgt bis zu 12,5 %, wobei der normale Zoll angerechnet wird. Liegt dieser bei 5 %, kommen also 7,5 % dazu.
Der Satz liegt laut dem Branchenverband Swissmem 2,5 Prozentpunkte über jenem für EU-Staaten. Für Stahl, Aluminium, Kupfer sowie Autos und Autoteile gelten weiterhin eigene Sektorzölle nach Section 232. Bei Pharmaprodukten ist ab dem 31. Juli ein Zuschlag von höchstens 15 % vorgesehen, mit Ausnahmen für bestimmte Produkte und Firmen.
Verhandlungen laufen weiter
Ein rechtsverbindliches Abkommen gibt es nicht. Grundlage bleibt die gemeinsame Absichtserklärung vom 14. November 2025. Darin bestätigte die Schweiz unter anderem Nullzölle auf Industrieprodukte. Schweizer Firmen kündigten zudem Investitionen von mindestens 200 Mrd. Dollar (CHF 164 Mrd.) über fünf Jahre an. Der Bundesrat strebt weiterhin ein bindendes Ergebnis an.
Risiken bleiben auch nach oben. Swissmem verweist auf eine weitere Section-301-Untersuchung zu industriellen Überkapazitäten, die zu einem höheren Satz führen könnte. Wann entschieden wird, ist offen. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Wahl stuft Sahgal vorerst nicht als grundlegend ein.
Quellen
- Handelskammer Schweiz-USA rechnet nach Midterms nicht mit Ende der Zölle (04.11.2026) – cash.ch / AWP
- Handelsbeziehung Schweiz USA (abgerufen 04.11.2026) – Seco
- US-Zölle: Was Schweizer Exporteure jetzt wissen müssen (abgerufen 04.11.2026) – Swissmem
- US-Zölle gegen die Schweiz: Der 10-Prozent-Zuschlag ist abgelöst (20.10.2026) – douana.ch
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.