Hochtief: Rechenzentren heben Auftragsbestand auf 89,7 Mrd. Euro (CHF 82,3 Mrd.), Aktie fällt zeitweise 9 %
Der Essener Baukonzern ist im dritten Quartal deutlich schneller gewachsen und hat die Erwartungen übertroffen. Trotzdem bestätigt er die Jahresprognose nur, und die Aktie geriet nach den Zahlen zeitweise stark unter Druck. Anleger bleiben beim KI-Boom vorsichtig.
Hochtief, eine Tochter des spanischen Infrastrukturkonzerns ACS, legte am 5. November die Zahlen für die ersten neun Monate vor. Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 22,3 % auf 11,9 Mrd. Euro (CHF 10,9 Mrd.). Der operative Gewinn erreichte 272 Mio. Euro (CHF 250 Mio.). Reuters beziffert das Plus auf 44,8 %, dpa-AFX auf fast 50 %. Unter dem Strich blieben 260,1 Mio. Euro (CHF 239 Mio.), das sind 49 % mehr als vor einem Jahr.
Über neun Monate kam der Umsatz auf 32,1 Mrd. Euro (CHF 29,5 Mrd.), was laut Dow Jones über der Analystenschätzung von 31,5 Mrd. Euro (CHF 28,9 Mrd.) liegt. Der operative Gewinn wuchs um 40 % auf 752 Mio. Euro (CHF 690 Mio.). Auch der operative Mittelzufluss vor Forderungsverkäufen verbesserte sich deutlich auf 2,7 Mrd. Euro (CHF 2,5 Mrd.).
Aufträge für rund zwei Jahre
Am stärksten fällt der Auftragseingang auf. Er legte im Quartal um 62,6 % auf 17,1 Mrd. Euro (CHF 15,7 Mrd.) zu. Der Auftragsbestand erreichte Ende September mit 89,7 Mrd. Euro (CHF 82,3 Mrd.) einen Rekord. Rechnerisch ist der Konzern damit für etwa zwei Jahre ausgelastet. Im Bereich KI, Digitalisierung und Technologie wuchs der Bestand gegenüber dem Vorjahr um mehr als 90 %. Treiber sind Rechenzentren in den USA, in Asien und in Europa.
Konzernchef Juan Santamaría sprach laut Dow Jones von einem globalen Investitions-Superzyklus, den Hochtief in profitables Wachstum umsetze. Die Prognose änderte er nicht: Für 2026 erwartet das Unternehmen weiterhin einen bereinigten Konzerngewinn von 1,025 bis 1,1 Mrd. Euro (CHF 0,94 bis 1,01 Mrd.). Im Vorjahr waren es 789,3 Mio. Euro (CHF 724 Mio.). Die Spanne war bereits im Sommer angehoben worden.
Starke Zahlen, nervöse Anleger
An der Börse reichte das nicht. Die Aktie fiel laut dpa-AFX nach den Zahlen um bis zu 9 % auf 331,80 Euro (CHF 304) und kam damit in die Nähe des Jahrestiefs vom Januar. Danach erholte sie sich und notierte am Nachmittag bei rund 359 Euro (CHF 329), etwas mehr als 1 % im Minus.
Der Kurs sinkt schon seit dem Rekordhoch im Mai. Investoren zweifeln seit Monaten an der Dauer des KI-Booms. Hinzu kommt laut dpa-AFX die Sorge, dass der Ausgang der US-Zwischenwahlen eine strengere KI-Regulierung bringen könnte.
Quellen
- Hochtief wächst im Sog des Rechencenter-Booms rasant (05.11.2026) – cash.ch / Reuters
- Hochtief übertrifft Markterwartungen - Orderbuch wächst schnell (05.11.2026) – finanzen.net / Dow Jones
- HOCHTIEF-Aktie dennoch schwächer: Umsatz- und Gewinnwachstum dank KI-Boom (05.11.2026) – finanzen.at / dpa-AFX
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.