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Hongkong überholt die Schweiz als Vermögensplatz, doch Pekings Trust-Steuer verunsichert die Kundschaft

7. November 2026, 08:26 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Hongkong hat die Schweiz als grösstes Zentrum für grenzüberschreitende Vermögen knapp überholt. Nun belastet eine neue Steuer Pekings auf Offshore-Trusts das Geschäft. Am Finanzgipfel der Stadt in dieser Woche blieb das Thema weitgehend ausgeklammert.

Ende Mai meldete die Boston Consulting Group (BCG) in ihrem Global Wealth Report 2026 eine Wachablösung. In Hongkong waren Ende 2025 grenzüberschreitende Vermögen von rund 2,95 Billionen Dollar (CHF 2420 Mrd.) gebucht, in der Schweiz rund 2,94 Billionen Dollar (CHF 2410 Mrd.). Gemeint ist Geld, das Kunden ausserhalb ihres Wohnsitzlandes verwalten lassen. Hongkong legte 2025 um 10,7 % zu, getrieben von Zuflüssen aus Festlandchina, vielen Börsengängen und steigenden Aktienkursen. Bis 2030 traut BCG Hongkong und Singapur ein jährliches Wachstum von rund 9 % zu, der Schweiz rund 6 %.

Diese Woche feierte sich die Stadt am Global Financial Leaders' Investment Summit, den die Hong Kong Monetary Authority (HKMA) vom 2. bis 4. November ausrichtete. Laut HKMA nahmen über 300 Gäste teil, darunter mehr als 100 Konzernchefs und Präsidenten von Banken, Vermögensverwaltern und Hedgefonds. Zu den Rednern gehörten HKMA-Chef Eddie Yue und Finanzsekretär Paul Chan. Laut der South China Morning Post umschifften die Finanzgrössen dabei die strengere Steuerprüfung aus Peking weitgehend.

20 % auf Erträge aus Offshore-Trusts

Im Juli hatte die chinesische Steuerbehörde angekündigt, Erträge von Festlandchinesen aus Trusts im Ausland mit 20 % zu besteuern. Ein Trust ist eine Rechtsform, bei der ein Treuhänder Vermögen für Begünstigte verwaltet. Bis zum 22. Oktober mussten Betroffene ihre Trust-Einkünfte deklarieren. Laut dem Portal Dimsum Daily sollen Nachzahlungen grundsätzlich auf drei Jahre ab Januar 2023 begrenzt sein. Die Durchsetzung liegt bei den Provinzen und Städten und fällt unterschiedlich streng aus.

Besonders betroffen sind laut einer Reuters-Analyse Gründer von in Hongkong und den USA kotierten chinesischen Firmen, die zwischen 2014 und 2020 Aktien über Trusts zu Höchstkursen verkauft hatten. Reuters berichtet von Familien, die einen Teil ihrer Aktien abstossen, um die Steuer zu bezahlen, und von Banken, die dafür Kredite gegen Firmenaktien vergeben. BCG schätzt das Auslandvermögen Chinas auf rund 1,7 Billionen Dollar (CHF 1390 Mrd.). Hongkong und China tauschen nach dem OECD-Standard für den automatischen Informationsaustausch Kontodaten aus. Laut Dimsum Daily sorgen sich Kunden deshalb, dass die Daten im Steuernetz landen. Einzelne könnten ihr Geld in Länder ausserhalb dieses Systems verschieben.

Auch der Aktienhandel wird enger

Peking zieht die Zügel zudem beim Aktienhandel über die Grenze an. Im Mai kündigten die chinesischen Aufsichtsbehörden Strafen gegen die Online-Broker Futu, Tiger Brokers und Long Bridge an, die ohne Lizenz Kunden auf dem Festland bedienten. Neue Käufe und Einzahlungen sind für diese Kunden verboten, während einer Übergangsfrist von zwei Jahren dürfen sie nur noch verkaufen. Das Wertpapierhaus Citic Securities schätzte, dass dadurch bis zu 250 Mrd. Hongkong-Dollar (CHF 26 Mrd.) an Vermögen in Hongkong betroffen sein könnten.

Quellen

  1. Hong Kong Surpasses Switzerland as Largest Cross-Border Wealth Hub (27.05.2026) – Boston Consulting Group
  2. Hong Kong overtakes Switzerland as world's top cross-border wealth hub on China ties, report shows (27.05.2026) – The Star / Reuters
  3. Global Financial Leaders' Investment Summit concludes with "Conversations with Global Investors" investment forum (04.11.2026) – Hong Kong Monetary Authority
  4. Mainland tax chase may shift offshore trusts out of Hong Kong (02.11.2026) – Dimsum Daily
  5. Analysis: China's super-rich scramble to exit offshore trusts, raise cash as taxman knocks (16.10.2026) – TimesLIVE / Reuters
  6. China trading curbs may hit $32bn of Hong Kong assets (25.05.2026) – Gulf Times / Bloomberg

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.