Konjunktur

IG Metall zählt 413 000 Warnstreikende: Am Montag verhandeln Bayern und Nordrhein-Westfalen

6. November 2026, 19:24 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

In der deutschen Metall- und Elektroindustrie haben sich laut IG Metall in der ersten Streikwoche mehr als 400 000 Beschäftigte an Warnstreiks beteiligt. Die Gewerkschaft droht mit einer Verschärfung, falls die Arbeitgeber am Montag kein besseres Angebot vorlegen.

Nach Angaben der IG Metall legten seit dem Ende der Friedenspflicht am 31. Oktober rund 413 000 Beschäftigte bei mehr als 2800 Aktionen die Arbeit nieder, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag berichtete. Das seien deutlich mehr als in der Tarifrunde 2024. Betroffen waren unter anderem Werke von Mercedes, Audi, BMW, Daimler Truck, MAN, Siemens Gamesa und Airbus. Für Montag sind weitere Warnstreiks angekündigt.

Im Tarifbezirk Küste, der von Bremen bis Mecklenburg-Vorpommern reicht, endete die dritte Verhandlungsrunde am Freitag ohne Ergebnis. Am Montag verhandeln die Tarifparteien in Bayern und Nordrhein-Westfalen. «Wenn die Arbeitgeber eine Eskalation wollen, sind wir vorbereitet», sagte Daniel Friedrich, Verhandlungsführer im Bezirk Küste, laut Reuters.

Weit auseinanderliegende Positionen

Die IG Metall verlangt 5 % mehr Lohn ab November bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, dazu Regeln zur Sicherung von Arbeitsplätzen und eine Gewinnbeteiligung in gut verdienenden Firmen. Die Arbeitgeber bieten eine Einmalzahlung im Juli 2027 von 500 bis 850 Euro (CHF 460 bis 780) an, abhängig von der Ertragslage. Bei Krisenfirmen könnte sie entfallen. Eine dauerhafte Erhöhung um 1,3 % soll erst ab Juli 2028 folgen, bei einer Laufzeit von 26 Monaten bis Ende 2028.

IG-Metall-Chefin Christiane Benner sprach laut Reuters von einem «Minusangebot». Pauschale Sparprogramme und Lohnverzicht seien mit der Gewerkschaft nicht zu machen. In Baden-Württemberg zeigte sich die IG Metall am Donnerstag jedoch offen für befristete Regeln, bei denen Beiträge der Belegschaft gegen verbindliche Zusagen zur Beschäftigung getauscht werden.

Arbeitgeber verweisen auf Stellenabbau

Die Branche zählt rund 3,7 Millionen Beschäftigte. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall spricht laut dem Fachportal all-electronics vom Verlust von etwa 10 000 Stellen pro Monat. In einer Umfrage von Metall NRW bezeichneten 44 % der Mitgliedsfirmen ihre Lage als schlecht. Die IG Metall verweist dagegen darauf, dass 62 % der Betriebe wieder gut bis sehr gut ausgelastet seien. Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer des bayerischen Verbands vbm, forderte laut Reuters weniger Streiks und mehr Lösungswillen.

Quellen

  1. IG Metall zählt mehr als 400.000 Teilnehmer an Warnstreiks (06.11.2026) – onvista / Reuters
  2. Metall-Tarifrunde 2026: IG Metall erhöht den Druck (05.11.2026) – all-electronics.de

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.