Konjunktur

IG Metall fordert 5 % mehr Lohn für 60 000 Stahlarbeiter, Arbeitgeber lehnen «kategorisch» ab

3. November 2026, 00:25 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

In der deutschen Stahlindustrie zieht der nächste Tarifkonflikt auf. Die IG Metall verlangt für den Nordwesten 5 % mehr Lohn, betroffen sind auch Thyssenkrupp und Salzgitter. Die Arbeitgeber verweisen auf die Strukturkrise und hohe Arbeitskosten.

Die Tarifkommission der IG Metall hat am 2. November ihre Forderung für die nordwestdeutsche Stahlindustrie beschlossen: 5 % mehr Geld für rund 60 000 Beschäftigte. Die Verträge gelten für Betriebe in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bremen und Hessen, darunter die Duisburger Stahlsparte von Thyssenkrupp und der Konzern Salzgitter. Für Stahlfirmen im Saarland und in Ostdeutschland gelten eigene Tarifverträge.

Der laufende Vertrag endet am Jahresende. Er hatte eine Laufzeit von 15 Monaten und brachte nach drei Nullmonaten 1,75 % mehr Lohn. Verhandlungstermine nennen die ausgewerteten Berichte noch nicht.

Zwei Sichten auf dieselbe Branche

Verhandlungsführer Knut Giesler nennt die Forderung massvoll, nachvollziehbar und gerecht. Die Beschäftigten hätten hohe Belastungen getragen und bezahlten weiterhin viel für Energie, Mobilität und Lebensmittel. Die Gewerkschaft räumt ein, das Umfeld sei schwierig. Sie sieht aber erste Zeichen einer Erholung, etwa bei den Auftragseingängen, und will die Belegschaft daran beteiligen.

Der Arbeitgeberverband Stahl weist die Forderung kategorisch zurück. Das Kernproblem der Strukturkrise sei die fehlende preisliche Wettbewerbsfähigkeit. Die Lohn- und Lohnzusatzkosten lägen im Schnitt 15 bis 20 % über dem europäischen Mittel, eine deutliche Erhöhung würde diesen Nachteil verschärfen. Dazu kommen die bekannten Lasten der Branche: hohe Energiepreise und harte Konkurrenz aus Asien.

Parallele Runde mit Warnstreiks

Dieselbe Forderung von 5 % liegt bereits in der separaten Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie mit rund 3,7 Millionen Beschäftigten auf dem Tisch. Dort bieten die Arbeitgeber eine Einmalzahlung und 1,3 % ab Juli 2028, die Gewerkschaft spricht von einem Minus-Angebot. Warnstreiks laufen bereits, unter anderem bei Thyssenkrupp Rasselstein in Andernach. Sie gehören aber nicht zur Stahlrunde.

An der Börse bewegte die Forderung wenig erkennbar. Thyssenkrupp, Salzgitter und ArcelorMittal legten am Montag laut Börse Express zu, ein direkter Zusammenhang mit dem Tarifbeschluss ist aber nicht belegt. Die 5 % sind zudem nur eine Verhandlungsposition. Ein Abschluss steht noch aus. Für die Stahlsparten wäre ein höherer Abschluss dennoch ein Kostenrisiko, sofern ihn nicht bessere Auslastung, Produktivität oder Verkaufspreise ausgleichen.

Quellen

  1. Gewerkschaft fordert fünf Prozent mehr Lohn in Stahlbranche (02.11.2026) – Handelsblatt
  2. ROUNDUP: Gewerkschaft fordert fünf Prozent mehr Lohn in Stahlbranche (02.11.2026) – dpa-AFX via ariva.de
  3. Thyssenkrupp Aktie: Stahl-Tarifrunde wird zum Thema (02.11.2026) – Börse Express
  4. thyssenkrupp Aktie: IG Metall fordert fünf Prozent mehr Lohn für Stahlbeschäftigte (02.11.2026) – Goldesel

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.