EZB genehmigt Intesa-Übernahme von Monte dei Paschi, am Donnerstag entscheiden die MPS-Aktionäre
Italiens grösste Bank Intesa Sanpaolo darf die Kontrolle über Monte dei Paschi di Siena übernehmen. Die EZB hat das Angebot von rund 32 Mrd. Euro am 27. Oktober genehmigt. Entscheidend wird nun die Generalversammlung von MPS am 29. Oktober.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat Intesa Sanpaolo erlaubt, die Kontrolle über die Banca Monte dei Paschi di Siena (MPS) zu übernehmen. Das teilte die Mailänder Bank am Dienstag, 27. Oktober, mit. Die Bewilligung umfasst auch die indirekte Kontrolle über Mediobanca und deren Töchter Mediobanca Premier und Compass Banca. Die Banca d'Italia genehmigte zudem indirekte Beteiligungen an weiteren Gesellschaften, darunter Vermögensverwalter der Generali-Gruppe. Intesa sprach laut Handelsblatt von einem wichtigen Schritt.
Das Angebot ist ein Tausch- und Kaufangebot: Je MPS-Aktie bietet Intesa 1,6 neue eigene Aktien und 1,25 Euro in bar. Im Juni waren es noch 1 Euro bar gewesen. Bei vollständiger Annahme kam das Paket Anfang Oktober laut Forbes Italia auf 31,4 Mrd. Euro, davon 27,6 Mrd. in Aktien und 3,8 Mrd. in bar. Aktuelle Berichte nennen rund 32 Mrd. Euro, umgerechnet etwa 29,5 Mrd. Franken. Gemessen an den Schlusskursen vom Dienstag (Intesa 5,96 Euro, MPS 10,87 Euro, Daten von Yahoo Finance) liegt der Angebotswert mit rund 10,79 Euro knapp unter dem MPS-Kurs.
Generalversammlung als Weichenstellung
Am Donnerstag, 29. Oktober, stimmen die MPS-Aktionäre an einer ausserordentlichen Generalversammlung über die Abwehrstrategie von MPS-Chef Luigi Lovaglio ab. Er will mit zwei reinen Aktienangeboten Banco BPM und den Vermögensverwalter Banca Generali übernehmen, zusammen rund 34 Mrd. Euro schwer. Für sein Vorhaben braucht er eine Zweidrittelmehrheit. Billigen die Aktionäre eines der beiden Angebote, kann Intesa ihr eigenes Angebot zurückziehen. Die Holding Delfin der Familie Del Vecchio, mit 17,6 % grösste MPS-Aktionärin, will ihre gesamte Beteiligung bei Intesa andienen.
Kartellbehörde und Generali im Blick
Die Börsenaufsicht Consob dürfte das Angebotsdokument Anfang November billigen. Danach kann die mehrwöchige Annahmefrist starten, ohne dass Intesa auf die Wettbewerbsbehörde warten muss. Deren Entscheid wird für die zweite Novemberhälfte erwartet. Um Bedenken auszuräumen, will Intesa rund die Hälfte der MPS-Filialen an den Versicherer Unipol verkaufen, der sie mit der Bank BPER zusammenführen will. Laut Insidern könnten einige Dutzend Filialen mehr nötig sein.
Heikel ist die Beteiligung an Generali. Weil MPS im vergangenen Jahr Mediobanca übernommen hat, die grösste Generali-Aktionärin ist, käme Intesa indirekt auf 13,4 % am Versicherer. Intesa betont, keine Kontrolle über Generali ausüben zu wollen. Kartellchef Saverio Valentino stellte Auflagen in Aussicht, damit die Beteiligung eine reine Finanzanlage bleibt.
Quellen
- Banken: EZB gibt Intesa Sanpaolo grünes Licht für MPS-Übernahme (28.10.2026) – Handelsblatt
- Intesa Sanpaolo Gets ECB Approval for Monte dei Paschi Takeover (27.10.2026) – Global Banking & Finance Review (Reuters)
- Monte Paschi di Siena: Intesa Sanpaolo riceve dalla Bce l'autorizzazione preventiva all'acquisizione del controllo (27.10.2026) – Insidertrend
- Mps, Intesa alza l’offerta e conquista Delfin: la partita con Lovaglio entra nel vivo (05.10.2026) – Forbes Italia
- Intesa sweetens Monte Paschi bid and gains top shareholder backing (05.10.2026) – Retail Banker International
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.