Italien plant Wegzugssteuer: 26 % auf stille Gewinne ab 800 000 Euro (CHF 732 000) Vermögen
Der Haushaltsentwurf 2027 der Regierung Meloni trifft Wohlhabende, die Italien verlassen. Das Land, das seit 2017 um reiche Zuzüger wirbt, schlägt damit einen neuen Ton an. Für Wegzüger in die Schweiz ist noch offen, ob sie die Zahlung aufschieben können.
Die italienische Regierung will ab dem 1. Januar 2027 eine Wegzugssteuer einführen. Sie steht in Artikel 17 des Haushaltsentwurfs, der am 30. Oktober an die Abgeordnetenkammer ging. Wer seinen Steuerwohnsitz ins Ausland verlegt, soll 26 % auf Wertzuwächse zahlen, die noch nicht realisiert sind. Gemeint sind Gewinne auf Papier, etwa auf Aktien oder Firmenbeteiligungen, die noch nicht verkauft wurden.
Wer betroffen wäre
Die Regel greift laut dem Fachdienst IMI Daily ab einem Gesamtwert von 800 000 Euro (CHF 732 000) bei Beteiligungen, Wertpapieren und anderen Finanzanlagen. Zudem muss die Person in mindestens sechs der letzten zehn Steuerperioden in Italien ansässig gewesen sein. Auf Staatsanleihen gilt effektiv ein Satz von 12,5 %. Massgebend ist der Marktwert am letzten Tag der Steuerperiode vor dem Wegzug, abzüglich der steuerlich anerkannten Kosten. Bezahlt werden muss innerhalb von 180 Tagen.
Wer in einen EU-Staat zieht, kann die Zahlung bis zu fünf Steuerperioden aufschieben. Für andere Länder mit Abkommen über Informationsaustausch und Steuereintreibung sind es bis zu zehn. In beiden Fällen sind 50 % sofort fällig, dazu eine Sicherheit. Welche Drittstaaten dazugehören, ist noch nicht veröffentlicht, wie IMI Daily schreibt. Die Beratungsseite taxing.it nennt die Schweiz nur beim Doppelbesteuerungsabkommen, das im Einzelfall zu prüfen sei.
Kleine Einnahmen, grosse Debatte
Die Regierung rechnet mit bescheidenen Beträgen: 3,37 Mio. Euro (CHF 3,1 Mio.) im Jahr 2027 und 6,74 Mio. Euro (CHF 6,2 Mio.) pro Jahr von 2028 bis 2031. Trotzdem stösst der Plan auf Kritik. Federico Salmoiraghi nennt die Massnahme laut IMI Daily schlecht definiert und warnt vor einem Verlust an Attraktivität für Investoren. Marc Acheson von der Finanzgruppe Utmost sagte gegenüber Wealth Briefing sinngemäss, vermögende Familien schätzten vor allem Stabilität und Berechenbarkeit.
Der Schritt fällt auf, weil Italien seit 2017 mit einer Pauschalsteuer Reiche anlockt. Sie betrug zunächst 100 000 Euro (CHF 91 000) pro Jahr und liegt inzwischen bei 300 000 Euro (CHF 274 000). Laut Henley & Partners zogen im letzten Jahr rund 3600 Millionäre nach Italien. Frankreich kennt bereits eine ähnliche Steuer mit einem Satz von 31,4 %. Das Parlament kann Artikel 17 bis zur Schlussabstimmung im Dezember noch ändern.
Quellen
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.