Italien plant Wegzugsteuer: Wer ab 800 000 Euro (CHF 733 000) Vermögen geht, soll 26 % zahlen
Die Regierung von Giorgia Meloni will mit dem Budget 2027 Wertzuwächse besteuern, wenn Wohlhabende Italien verlassen. Die Einnahmen wären gering, die Signalwirkung ist gross. Der Plan betrifft auch mögliche Umzüge in die Schweiz.
Artikel 17 des Budgetentwurfs führt eine sogenannte Exit Tax für Privatpersonen ein. Sie soll für Wegzüge ab dem 1. Januar 2027 gelten. Bisher kennt Italien einen solchen Mechanismus nur für Unternehmen. Laut Business.it dienten Deutschland und die USA als Vorbild. Die Financial Times berichtet am 3. November, der Plan verunsichere wohlhabende Ausländer im Land. Das Parlament muss den Entwurf noch beraten und kann ihn ändern.
Wer zahlt und wie viel
Betroffen ist, wer in mindestens sechs der letzten zehn Steuerjahre in Italien steuerlich ansässig war und ein Vermögen von mindestens 800 000 Euro (CHF 733 000) hält. Laut Fanpage zählen dazu Finanzwerte wie Aktien, Beteiligungen und Staatsanleihen. Die Regeln gelten auch für einfache Gesellschaften und nichtgewerbliche Körperschaften. Besteuert wird nicht das Vermögen, sondern der noch nicht realisierte Wertzuwachs, also die Differenz zwischen Marktwert und Anschaffungskosten.
Der Satz beträgt 26 %. Bei Staatsanleihen wird die Bemessungsgrundlage auf 48,08 % gekürzt, was effektiv rund 12,5 % ergibt. Ein Rechenbeispiel: Bei 500 000 Euro (CHF 458 000) Wertzuwachs auf Aktien fielen 130 000 Euro (CHF 119 000) an. Zahlbar ist die Steuer innert 180 Tagen nach dem Wegzug.
Aufschub gegen Anzahlung
Wer in einen EU-Staat oder in ein Land mit Steuerkooperationsabkommen zieht, kann die Zahlung bis zum Verkauf aufschieben. Dafür braucht es eine Anzahlung von 50 % und eine Sicherheit. Der Aufschub läuft bis zu fünf Steuerjahre in der EU und bis zu zehn in anderen Abkommensstaaten. Wird in dieser Frist nichts verkauft, wird der Titel vererbt oder kehrt die Person zurück, entfällt die Steuer, und die Anzahlung kommt zurück. Bei einem Verkauf gilt der tiefere Wert aus latentem und tatsächlichem Gewinn. Eine Länderliste nennen die gelesenen Berichte nicht.
Wenig Geld für den Staat
Fiskalisch fällt die Massnahme kaum ins Gewicht. Der technische Bericht rechnet für 2027 mit 3,37 Mio. Euro (CHF 3,1 Mio.), für 2028 bis 2031 mit jährlich 6,74 Mio. Euro (CHF 6,2 Mio.). Ab 2032 bleiben wegen Rückerstattungen netto noch 3,37 Mio. Euro (CHF 3,1 Mio.) pro Jahr. Die möglicherweise betroffenen Haushalte halten laut dem Bericht rund 73 % des italienischen Finanzvermögens.
Quellen
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.