Kakao fällt auf das tiefste Niveau seit einem Monat: Volle Lager und schwache Schokoladennachfrage
Der Kakaopreis gibt in London und New York deutlich nach. Die Lager an der Terminbörse sind so voll wie seit zweieinhalb Jahren nicht, und die Schokoladenmärkte schrumpfen. Für die Saison 2026/27 warnen Händler allerdings vor einem Angebotsdefizit.
Kakao ist am 5. November unter Druck geraten. In London sank der Terminkontrakt an der Börse ICE um 1,4 % auf 4132 Pfund (CHF 4553) je Tonne, nachdem er mit 4104 Pfund (CHF 4522) ein Monatstief erreicht hatte. In New York fiel der vorderste Kontrakt am Nachmittag auf rund 5191 Dollar (CHF 4247) je Tonne, das waren laut Yahoo Finance rund 4,9 % weniger als am Vortag. Laut Bloomberg ist es auch dort der tiefste Stand seit einem Monat.
Vom Rekord ist der Rohstoff weit entfernt. Im Dezember 2024 kostete die Tonne in New York zeitweise 12 906 Dollar (CHF 10 559). Auf Jahressicht beträgt das Minus nach Angaben von Trading Economics über 15 %, gemessen am Stand vom 4. November.
Lager füllen sich, Nachfrage bleibt schwach
Hauptgrund für den Rückgang sind die wachsenden Bestände. Die von der ICE überwachten Lager in den USA und Europa erreichten am 29. Oktober mit 3 688 949 Säcken den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren. Auf der Nachfrageseite sieht es mager aus: Barry Callebaut bezifferte den Rückgang des weltweiten Schokoladenmarktes im Ende August abgelaufenen Geschäftsjahr auf 4,3 %, im Schlussquartal auf 3,2 %. Die grossen Hersteller rechnen auch für das neue Jahr nur mit verhaltenem Mengenwachstum.
Die Wetterlage in Westafrika wirkt bisher kaum auf die Preise. In der Elfenbeinküste, dem grössten Anbauland, fiel zuletzt weniger Regen als üblich. Das dürfte der Haupternte aber nicht schaden, heisst es bei Trading Economics.
Warnsignal für die Saison 2026/27
Mittelfristig zeichnet sich ein anderes Bild ab. Das Handelshaus StoneX erwartet für 2026/27 einen Rückgang der Weltproduktion um 9,6 % auf 4,74 Millionen Tonnen und nennt das Wetterphänomen El Niño als Ursache. Aus dem Überschuss von 494 000 Tonnen in der Saison 2025/26 würde damit ein Defizit von 64 000 Tonnen. Tritt das ein, wäre der heutige Preisdruck vor allem eine Folge der aktuell hohen Bestände.
Für Schweizer Anleger sind die Kakaokurse über Barry Callebaut und Lindt & Sprüngli wichtig. Barry Callebaut gibt tiefere Kakaopreise an die Kunden weiter, was wie im Geschäftsjahr 2025/26 den Umsatz drückt. Zugleich entlasten sie die Finanzierung, die Nettoverschuldung des Konzerns sank zuletzt deutlich.
Quellen
- Cocoa futures hit one month low (05.11.2026) – Business Recorder
- Cocoa - Price - Chart - Historical Data - News (05.11.2026) – Trading Economics
- Cocoa Futures (CC=F), Kursdaten (05.11.2026) – Yahoo Finance
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.