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Versicherung gegen den KI-Absturz: Handel mit Kreditausfallswaps auf Tech-Konzerne vervielfacht sich

1. November 2026, 01:24 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Anleger sichern sich zunehmend gegen Rückschläge im KI-Boom ab. Statt Aktien zu verkaufen, kaufen sie Versicherungen gegen Zahlungsausfälle von Meta, Nvidia, Oracle und Co. Die Preise dafür liegen auf Rekordniveau.

Nach dem schwachen Oktober an der Nasdaq rückt eine Frage in den Vordergrund: Wie schützt man sich gegen ein Scheitern der grossen KI-Wette? Immer mehr Investoren setzen dafür auf Credit Default Swaps (CDS). Das sind Verträge, die zahlen, wenn ein Schuldner ausfällt. Der Käufer entrichtet dafür eine jährliche Prämie, die in Basispunkten angegeben wird. 100 Basispunkte entsprechen 1 Prozentpunkt.

Volumen hat sich mehr als vervierfacht

Laut Morgan Stanley Research wurden im September pro Woche durchschnittlich CDS im Wert von über 9 Mrd. Dollar (CHF 7,4 Mrd.) auf Anleihen von Oracle, SpaceX, Alphabet, Amazon, Meta, Broadcom und Nvidia gehandelt. Im Juli waren es noch weniger als 2 Mrd. Dollar (CHF 1,6 Mrd.). Hintergrund ist die Schuldenflut der Branche: KI-nahe Firmen haben 2026 bisher rund 466 Mrd. Dollar (CHF 384 Mrd.) aufgenommen, nach 101 Mrd. Dollar (CHF 83 Mrd.) in der Vorjahresperiode.

Für Manish Kabra, Leiter der US-Aktienstrategie bei der Société Générale, ist der CDS-Markt zu einem zentralen Stimmungsbarometer geworden. Er zeige, wie Investoren die Finanzierung der Hyperscaler und den gesamten KI-Handel beurteilen, sagte er sinngemäss. Hyperscaler sind die grossen Betreiber von Cloud-Rechenzentren wie Amazon, Microsoft und Alphabet.

Rekordprämien bei Meta und Nvidia

Die fünfjährige Absicherung für Meta kostete Mitte Oktober 108 Basispunkte. Wer Meta-Anleihen über 10 Mio. Dollar (CHF 8,25 Mio.) schützen will, zahlt also rund 108'000 Dollar (CHF 89'000) pro Jahr. Nach den Quartalszahlen stieg die Prämie laut Reuters und Fortune am 22. Oktober auf ein Rekordhoch von rund 115 Basispunkten. Auch bei Nvidia (101 Basispunkte), Alphabet und Amazon lagen die Prämien auf Höchstständen. Bei Oracle verteuerte sich die Absicherung seit Jahresbeginn von 144 auf 322 Basispunkte, bei SpaceX seit Ende Juni von 110 auf 226.

Am stärksten unter Druck steht der Cloud-Anbieter CoreWeave. Seine CDS notierten laut Fortune zuletzt bei 1145 Basispunkten, ein Niveau, das am Markt als Zeichen einer Notlage gilt. Die Aktie verlor im Oktober mehr als 30 %.

Absicherung ist keine Ausfallprognose

Höhere Prämien bedeuten nicht, dass Ausfälle bevorstehen. Viele Fonds nutzen die Swaps als günstige Absicherung gegen Verluste im Techsektor, ohne Aktien oder Anleihen verkaufen zu müssen. Ein Teil des Volumens stammt zudem von Kreditgebern, die bereits vergebene Darlehen absichern. Skeptiker sehen dennoch Warnsignale. Torsten Slok, Chefökonom von Apollo, wies laut Fortune darauf hin, dass KI-Firmen einander Geld geben oder Schulden garantieren, während sie gleichzeitig wichtige Kunden voneinander sind. Robert Dafforn von Polus Capital rechnet laut Investing.com mit erheblichen Fehlinvestitionen.

Der Finanzierungsbedarf bleibt hoch. Laut Fortune planen die grossen Hyperscaler dieses Jahr Investitionen von rund 800 Mrd. Dollar (CHF 660 Mrd.), im nächsten Jahr sollen es mehr als 1000 Mrd. Dollar (CHF 825 Mrd.) werden.

Quellen

  1. Investors hedge AI boom with credit default swaps on tech debt (20.10.2026) – Investing.com
  2. Meta's credit risk indicator jumps to record high after results (22.10.2026) – Reuters / Investing.com
  3. Here's the 'core economic flaw' in the AI bull case as stock and bond trades unravel (24.10.2026) – Fortune
  4. Why Are Investors Buying Credit Default Swaps to Hedge AI-Related Debt? (25.10.2026) – Yahoo Finance
  5. Investors rush to insure against an AI blow-up (20.10.2026) – Dealroom News

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.