Klimaökonom William Nordhaus gestorben: Der Nobelpreisträger, der dem CO2 einen Preis gab
Der amerikanische Ökonom William Nordhaus ist am 30. Oktober im Alter von 85 Jahren gestorben. Mit seinem DICE-Modell hat er Klimawandel und Wirtschaftswachstum in einer Rechnung zusammengeführt. Dafür erhielt er 2018 den Wirtschaftsnobelpreis.
William Nordhaus ist am 30. Oktober nach einer Erkrankung an einem aggressiven Hirntumor gestorben, wie die Yale University mitteilte. Er wurde 85 Jahre alt. Der in Albuquerque im US-Bundesstaat New Mexico geborene Ökonom studierte in Yale, promovierte 1967 am MIT bei Robert Solow und lehrte danach fast sechs Jahrzehnte in Yale, zuletzt als emeritierter Sterling-Professor. 2024 trat er in den Ruhestand.
Ein Modell für Klima und Konjunktur
Bekannt wurde Nordhaus vor allem mit dem DICE-Modell (Dynamic Integrated Climate-Economy). Es verbindet Wirtschaftswachstum, CO2-Ausstoss, Erderwärmung und die Schäden, die daraus für die Wirtschaft entstehen. Damit lässt sich abschätzen, wie hoch eine CO2-Steuer sein müsste, damit sich die Kosten der Emissionssenkung und der Nutzen aus vermiedenen Klimaschäden die Waage halten. Regierungen und Behörden nutzen solche Modelle, um Kosten und Nutzen der Klimapolitik in Geldwerten zu vergleichen.
In seiner Nobelpreisrede bezeichnete Nordhaus den Klimawandel als schädliche Nebenwirkung des Wirtschaftswachstums. Das beste Gegenmittel gegen solche externen Effekte sei eine Abgabe auf die Verschmutzung, heute als CO2-Steuer bekannt, sagte er sinngemäss. Ökonomen sprechen von externen Effekten, wenn Kosten anfallen, die nicht der Verursacher, sondern die Allgemeinheit trägt. 2015 schlug Nordhaus zudem «Klimaclubs» vor: Staaten sollten sich auf einen gemeinsamen CO2-Preis einigen und auf Importe aus Nichtmitgliedern Gebühren erheben.
Nobelpreis, Lehrbuch und Politikberatung
Die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften zeichnete Nordhaus 2018 aus, weil er den Klimawandel in die langfristige makroökonomische Analyse integriert hatte. Er teilte den Preis je zur Hälfte mit Paul Romer. Ab 1985 schrieb er zusammen mit Paul Samuelson das Lehrbuch «Economics», eines der meistverbreiteten Einführungswerke der Volkswirtschaftslehre. Nach Samuelsons Tod 2009 führte er es als Hauptautor weiter.
Nordhaus war von 1977 bis 1979 Mitglied im Rat der Wirtschaftsberater von US-Präsident Jimmy Carter und präsidierte die American Economic Association. In Yale war er von 1986 bis 1988 Provost und half 2014, ein internes CO2-Preissystem für die Universität aufzubauen. Der frühere Yale-Präsident Richard Levin würdigte ihn als Ökonomen, der die Wahrheit mit Strenge und Zielstrebigkeit verfolgt habe.
Quellen
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.