KPMG zahlt 224,5 Mio. Dollar (CHF 184 Mio.): Norwegens Ölfonds erzielt Vergleich im SVB-Fall
Gut dreieinhalb Jahre nach dem Kollaps der Silicon Valley Bank zahlt deren früherer Abschlussprüfer KPMG Anlegern 224,5 Mio. Dollar (CHF 184 Mio.). Die Sammelklage führt Norwegens Staatsfonds gemeinsam mit einer schwedischen Vorsorgeeinrichtung an.
Norwegens Staatsfonds hat am 6. November einen Vergleich mit der US-Gesellschaft KPMG LLP bekanntgegeben. Das Unternehmen zahlt 224,5 Mio. Dollar (CHF 184 Mio.), um die Ansprüche der Anleger in der Sammelklage zur Silicon Valley Bank (SVB) beizulegen. Das berichtet Reuters. Laut dem Wall Street Journal handelt es sich um eine Einigung im Grundsatz. Gemeinsam mit dem Fonds tritt die schwedische Vorsorgeeinrichtung Sjunde AP-fonden (AP7) als Hauptklägerin auf.
Fondschef Nicolai Tangen sprach laut Reuters von einem wichtigen ersten Schritt, um Verluste der Anleger zurückzuholen. Das Verfahren läuft gegen die übrigen Beklagten weiter. Dazu gehören ehemalige Führungskräfte und Verwaltungsräte der Bank sowie Finanzberater.
Vorwurf: Warnsignale übersehen
Die SVB brach im März 2023 zusammen und löste den schwersten Bankenschock seit der Finanzkrise von 2008 aus. Die Kläger werfen den Beteiligten vor, sie hätten die Finanzlage und das Risikomanagement der Bank falsch dargestellt. Sie vertreten Käufer von SVB-Aktien zwischen dem 21. Januar 2021 und dem 10. März 2023 sowie Käufer von Wertpapieren aus sechs Emissionen.
Für KPMG hatte sich die Lage zuletzt zugespitzt. Das Gericht in Nordkalifornien liess im August 2026 eine erweiterte Klage zu und sah einen möglichen Vorsatz oder grobe Leichtfertigkeit des Prüfers ausreichend dargelegt. Es verwies laut der Klägerkanzlei Kessler Topaz auf mutmassliche Warnsignale: Das bis zur Fälligkeit gehaltene Anleihenportfolio der Bank sei innert eines Jahres um 500 % gewachsen. Die nicht realisierten Verluste darauf hätten sich 95 % des Eigenkapitals genähert. Das sind Vorwürfe aus der Klage, kein Urteil.
Für den Fonds eine Premiere
Der norwegische Fonds hatte die Führung der Klage Ende 2023 übernommen und damit erstmals eine Gruppe von Anlegern vor Gericht vertreten. Ende 2022 hielt er rund 1 % an der SVB, im Wert von 137,9 Mio. Dollar (CHF 113 Mio.). Der Betrag aus dem Vergleich geht nicht an ihn allein, sondern an die ganze Anlegergruppe. Wie viel einzelne Investoren erhalten, ist nicht bekannt. Solche Vergleiche muss in den USA zudem ein Gericht genehmigen.
Mit Anteilen an über 7000 Firmen besitzt der Fonds rund 1,5 % aller börsenkotierten Aktien weltweit. Sein Vorgehen hat deshalb Gewicht über den Einzelfall hinaus. Er begründete die Klage mit Bedenken zur Integrität der Märkte und zur Führung grosser Finanzinstitute.
Quellen
- Silicon Valley Bank class action case reaches KPMG settlement, Norway fund says (06.11.2026) – Reuters via AOL
- Norway Oil Fund Reaches $224.5 Million Settlement With KPMG Over Silicon Valley Bank Collapse (06.11.2026) – Wall Street Journal
- Norges Bank Investment Management will lead investors' action related to Silicon Valley Bank's Collapse (01.12.2023) – Norges Bank Investment Management
- Silicon Valley Bank (SVB) – Featured Case (Stand 06.11.2026) – Kessler Topaz Meltzer & Check
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.