Kupfer fällt unter 14 000 Dollar (CHF 11 400): Wahlausgang und KI-Zweifel drücken die Metalle
Der Kupferpreis gibt den zweiten Tag in Folge nach und liegt unter 14 000 Dollar (CHF 11 400) je Tonne. Anleger ziehen sich aus Risikoanlagen zurück, zugleich steigen die Lager an der LME. In China bleibt das Metall aber knapp.
Kupfer steht nach dem starken Abschlag vom Dienstag weiter unter Druck. Laut Bloomberg blieb der Preis am Mittwoch im asiatischen Handel unter der Marke von 14 000 Dollar (CHF 11 400) je Tonne, während die Aktienmärkte auf die ersten US-Wahlergebnisse mit Verlusten reagierten. Am Terminmarkt in New York kostete ein Pfund Kupfer rund 6,31 Dollar (CHF 5,14), nach rund 6,80 Dollar (CHF 5,54) beim Hoch vom 9. September, wie Yahoo-Kurse zeigen.
Schon am Dienstag war der Preis für Lieferung in drei Monaten an der London Metal Exchange (LME) um über 2 % gefallen. Reuters meldete ein Tagestief von 13 883 Dollar (CHF 11 300), den tiefsten Stand seit dem 19. August. Auch die anderen Industriemetalle gaben nach. Zinn verlor über 4 % und notierte mit 47 450 Dollar (CHF 38 700) so tief wie seit Mitte April nicht mehr, Aluminium fiel um 2 %.
Drei Gründe für den Rückgang
Erstens fliehen Anleger aus konjunkturabhängigen Anlagen. Ed Meir vom Broker Marex vermutet gemäss Reuters, dass Kupfer die Verluste bei KI- und Halbleiteraktien nachholt. Ewa Manthey, Rohstoffstrategin bei ING, sprach von neuen Fragen zur kurzfristigen Metallnachfrage aus KI- und Rechenzentrumsinvestitionen. Rechenzentren brauchen grosse Mengen Kupfer für die Stromversorgung.
Zweitens spielt die US-Politik mit. Laut der australischen Fachseite Mining.com.au könnte ein klarer Erfolg der Demokraten die Pläne der Regierung Trump für Zölle auf raffiniertes Kupfer erschweren. Drittens stiegen die Lager. An der LME liegen laut Reuters nun 309 650 Tonnen, so viel wie seit vier Monaten nicht mehr. Allein in Lagerhäusern in den USA kamen 17 325 Tonnen dazu. Zudem verteuert der schwächere Yuan das in Dollar gehandelte Metall für chinesische Käufer, seit Chinas Notenbank die Pflichtreserven der Banken in Fremdwährung erhöht hat.
China bremst den Fall
Die physische Versorgung in China bleibt dagegen eng. Die Yangshan-Prämie, der Aufschlag auf Importkupfer in China, liegt mit knapp 200 Dollar (CHF 163) je Tonne so hoch wie seit über zehn Jahren nicht. Die Bestände in Chinas wichtigsten Regionen betrugen laut dem Datendienst Shanghai Metals Market am 2. November 66 900 Tonnen, im Vorjahr waren es rund 200 000 Tonnen. Dieselbe Quelle beschreibt die Käufer allerdings als zurückhaltend: Die hohen Prämien bremsen die Nachfrage der Verarbeiter.
David Wilson, Metallstratege bei BNP Paribas, sagte gegenüber Reuters, vor den Wahlen herrsche an den Metallmärkten viel Unruhe. Chinesische Schmelzen fuhren ihre Produktion zurück, was er zur Jahreszeit passend fand.
Quellen
- Copper price holds above $14,000 after hitting 2-1/2-month low (03.11.2026) – Reuters via Mining.com
- Copper falls to 2-1/2-month low as risk aversion grips metals (03.11.2026) – Reuters via Rallies
- Copper stumbles as risk-off sentiment ahead of US elections weighs (03.11.2026) – Reuters via Business Recorder
- Copper Holds Losses Below $14,000 on US Midterm Risks to Stocks (04.11.2026) – Bloomberg
- Copper falls amid uncertainty ahead of US midterms (04.11.2026) – Mining.com.au
- High premiums and weak demand continue to suppress end-use demand (04.11.2026) – Shanghai Metals Market
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.