Devisen

Neuseeland wählt am 7. November: Knappes Rennen und überraschende Zinspause drücken den Kiwi-Dollar

1. November 2026, 19:26 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Sechs Tage vor der Parlamentswahl in Neuseeland liegen das bürgerliche Lager von Premier Christopher Luxon und die Linke fast gleichauf. Anleger rechnen mit langen Koalitionsgesprächen. Der Neuseeland-Dollar hat seit Ende Oktober rund 2 % gegenüber dem Franken verloren.

Neuseeland wählt am Samstag, 7. November, ein neues Parlament. Die vorgezogene Stimmabgabe läuft seit dem 26. Oktober. Wie Bloomberg am Sonntag berichtete, müssen sich Aktien und Währung des Landes auf eine Belastungsprobe einstellen: Ein knapper Ausgang könnte zu langwierigen Koalitionsverhandlungen führen und offenlassen, welche Wirtschaftspolitik die nächste Regierung verfolgt.

Umfragen zeichnen kein klares Bild

Die letzten Erhebungen widersprechen sich. In der Umfrage von Verian für den Sender 1News (21. bis 25. Oktober) liegt Luxons National Party mit 28,9 % knapp vor Labour mit 27,3 %. Zusammen mit den Partnern ACT und NZ First käme die heutige Regierung auf 61 Sitze und hätte damit je nach Zahl der Überhangmandate eine knappe Mehrheit. Die Umfrage von Reid Research für Radio NZ (20. bis 26. Oktober) sieht dagegen Labour mit 30,6 % deutlich vorne, National kommt nur auf 24,8 %. Labour, Grüne und die zentristische Opportunity Party kämen dort auf 64 von 120 Sitzen.

Opportunity könnte damit zum Königsmacher werden. Die Partei liegt in beiden Umfragen über der Hürde von 5 %. Auf der Prognoseplattform Polymarket lag die Wahrscheinlichkeit für eine Fortsetzung der Koalition aus National, ACT und NZ First am 28. Oktober bei 57 %. Wirtschaftspolitisch unterscheiden sich die Lager deutlich: Die Grünen fordern eine Vermögenssteuer für die reichsten 0,3 % der Bevölkerung und einen höheren Spitzensteuersatz von 45 %. Labour hat die Vermögenssteuer ausgeschlossen.

Notenbank zögert trotz hoher Teuerung

Zusätzlich belastet die Geldpolitik die Währung. Die Reserve Bank of New Zealand liess den Leitzins (Official Cash Rate) am 28. Oktober überraschend bei 2,75 %. Der Entscheid fiel mit vier zu drei Stimmen, drei Mitglieder wollten auf 3 % erhöhen. Die Märkte hatten eine Zinserhöhung zu rund 90 % eingepreist, auch die grossen Banken ANZ, ASB, BNZ, Westpac und Kiwibank hatten damit gerechnet. Die Teuerung lag im dritten Quartal bei 3,7 % und soll laut Notenbank wegen der Treibstoffpreise im vierten Quartal auf 4,4 % steigen. Gouverneurin Anna Breman bezeichnete weitere Erhöhungen an den kommenden Sitzungen als sehr wahrscheinlich. Der nächste Entscheid folgt im Dezember.

Der Neuseeland-Dollar kostete am Sonntag rund 46,2 Rappen, nach gut 47 Rappen am 27. Oktober. Das entspricht einem Minus von knapp 2 %. Gegenüber dem US-Dollar fiel er auf rund 0,563. Der Leitindex NZX 50 schloss am 30. Oktober bei 13 797 Punkten und bewegte sich im Oktober kaum.

Quellen

  1. New Zealand Assets Face Headwinds as Election Race Tightens (01.11.2026) – Bloomberg (Feed-Zusammenfassung)
  2. Poll: Coalition has path to power but Labour steady amid gangs row (27.10.2026) – 1News
  3. New Zealand Polls Tell Opposite Stories Before Vote (28.10.2026) – The Rio Times
  4. At odds polling shows tightness of New Zealand election (29.10.2026) – AAP / Newcastle Herald
  5. RBNZ holds OCR at 2.75% in surprise 4-3 vote, says tighter policy still likely (28.10.2026) – investingLive

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.