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Rechenzentren: Wasserbedarf in Deutschland könnte sich bis 2030 auf 27 Mrd. Liter verdoppeln

6. November 2026, 06:26 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Eine Studie des Öko-Instituts im Auftrag von Greenpeace warnt vor Wasserstress durch neue Mega-Rechenzentren. Die Branche hält das Problem für klein. Der Streit zeigt, dass neben Strom und Baugenehmigungen auch die Kühlung zum Standortfaktor für den KI-Ausbau wird.

Rechenzentren in Deutschland haben 2025 rund 13 Mrd. Liter Wasser für die Kühlung verbraucht. Das rechnet die am 6. November bekannt gewordene Kurzstudie des Öko-Instituts vor, über die die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Bis 2030 könnte der Bedarf mit neuen Grossanlagen auf bis zu 27 Mrd. Liter im Jahr steigen. Das entspricht laut den Autoren dem Trinkwasserverbrauch einer Stadt mit rund 580 000 Einwohnern.

Ein einzelnes Rechenzentrum mit 100 Megawatt Leistung braucht je nach Kühltechnik jährlich 200 bis 930 Mio. Liter. Das ist so viel wie eine Kleinstadt mit bis zu 20 000 Menschen. In trockenen Regionen drohen laut Studie Probleme beim Grundwasser und Verteilkonflikte.

Branche und Studie liegen weit auseinander

Der Verband Bitkom hält den Bedarf für weitgehend unproblematisch. Fast zwei Drittel der Anlagen kämen auf höchstens 0,1 Liter je Kilowattstunde, ins Gewicht falle nur die Verdunstungskühlung. Dabei wird Wasser verdampft, um Wärme abzuführen. Das Öko-Institut nennt nach dem Bereinigen fehlerhafter Einträge im staatlichen Register dagegen einen gewichteten Durchschnitt von 0,67 Litern.

Auch einem verbreiteten Argument der Betreiber widerspricht die Studie: Sparsamer Stromverbrauch erfordere nicht zwangsläufig mehr Wasser, ein statistischer Zusammenhang fehle. Mit Trocken- oder Kompressionskühlung lasse sich der direkte Wasserverbrauch auf null senken. Solche Kühlung benötigt dafür Strom.

Die Datenlage ist dünn

Belastbare Zahlen sind rar. Von rund 1200 meldepflichtigen Betreibern lieferte laut Studie weniger als die Hälfte Daten, nur 139 Meldungen waren verwertbar. Eine Recherche der Hessenschau vom September zeigte das Problem am Beispiel des Standorts Frankfurt: Die Stadt zählt 85 Gebäude mit Rechenzentren, weder sie noch die Versorger konnten deren Wasserverbrauch beziffern. Einzelne Betreiber nannten kleine Werte. Google meldete für Hanau 7192 Kubikmeter im Jahr 2025.

Greenpeace fordert verpflichtende Wassergutachten vor der Genehmigung, ein Verbot wasserintensiver Anlagen in Trockengebieten und Sanktionen bei Verstössen gegen die Meldepflicht. Die Studie entstand im Auftrag der Umweltorganisation, was bei der Einordnung zu beachten ist. Die Schätzungen liegen weit auseinander.

Ein weiterer Engpass für den KI-Ausbau

Das Thema trifft die Branche in einem heiklen Moment. In den USA wollen neu gewählte Gouverneure den Bau von Rechenzentren bremsen, was diese Woche zum Ausverkauf bei Chipwerten beitrug. Mit dem Wasser kommt in Deutschland nun ein weiteres Argument in die Debatte um Standorte für solche Anlagen.

Quellen

  1. Folge des KI-Booms: Studie warnt vor Wasserstress durch neue Mega-Rechenzentren (06.11.2026) – Tagesspiegel / dpa
  2. Folge des KI-Booms: Studie warnt vor Wasserstress durch neue Mega-Rechenzentren (06.11.2026) – Handelsblatt
  3. Warum Rechenzentren Wasser brauchen – und kaum jemand weiss, wie viel (19.09.2026) – Hessenschau

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.