Konjunktur

Österreichs Industrie im Aufwind: Einkaufsmanagerindex steigt im Oktober auf 55,9 Punkte

1. November 2026, 20:26 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Österreichs Industrie wächst so kräftig wie seit dem Frühling 2022 nicht mehr. Der Einkaufsmanagerindex der UniCredit Bank Austria kletterte im Oktober auf 55,9 Punkte. Doch die Einkaufspreise steigen deutlich schneller als die Verkaufspreise und drücken auf die Margen.

Der UniCredit Bank Austria Einkaufsmanagerindex (EMI) stieg im Oktober von 54,9 auf 55,9 Punkte, wie die Bank am 28. Oktober mitteilte. Es war der vierte Anstieg in Folge und der achte Monat über der Marke von 50 Punkten, die Wachstum von Schrumpfung trennt. Der Index beruht auf einer monatlichen Umfrage bei Einkaufsleitern von Industriebetrieben. Am Wochenende griff auch die Wiener Zeitung Der Standard die Frage auf, ob daraus ein dauerhafter Aufschwung wird.

Mehr Aufträge, mehr Personal

Treiber sind die Neuaufträge: Der entsprechende Teilindex erreichte 57,2 Punkte, wobei Bestellungen aus dem Inland etwas stärker zulegten als aus dem Ausland. Die Produktion wuchs mit 56,4 Punkten so stark wie seit Anfang 2022 nicht mehr, und die Auftragsbestände nahmen den dritten Monat in Folge zu. Die Betriebe stellen auch wieder ein: Der Beschäftigungsindex lag bei 51,6 Punkten. «Das Tempo des Jobaufbaus hat sich gegenüber dem Vormonat sogar leicht erhöht», sagte Bank-Austria-Ökonom Walter Pudschedl.

Der Erwartungsindex stieg auf 59,9 Punkte und liegt damit deutlich über dem langjährigen Durchschnitt. Laut Chefökonom Stefan Bruckbauer rechnen seit Anfang 2025 mehr Betriebe mit steigender als mit sinkender Produktion. Auch international zieht die Industrie an: In Deutschland stieg der Einkaufsmanagerindex auf 54,2 Punkte, in den USA auf 56,0. Für die Eurozone lag der vorläufige Wert mit 52,4 Punkten leicht tiefer.

Preisschere belastet die Margen

Die Kehrseite ist der Kostendruck. Der Index der Einkaufspreise sprang von 72,1 auf 77,4 Punkte, während die Verkaufspreise mit 57,5 Punkten deutlich langsamer steigen. «Die Preisschere hat sich sogar weiter geöffnet und belastet die Gewinnmargen», so Pudschedl. Bruckbauer verweist auf Lieferkettenprobleme und die Spannungen im Nahen Osten, die Lieferzeiten verlängerten sich erneut deutlich.

Am Arbeitsmarkt kommt die Erholung erst verzögert an. Die Bank Austria erwartet für 2026 einen Rückgang der Industriebeschäftigung um rund 1 % oder etwa 6000 Stellen im Jahresdurchschnitt. Die Arbeitslosenquote in der Industrie dürfte von 4,3 % auf 4,4 % steigen, die gesamte Quote auf 7,6 %.

Quellen

  1. UniCredit Bank Austria EinkaufsManagerIndex im Oktober: Industrieaufschwung gewinnt weiter an Stärke (28.10.2026) – UniCredit Bank Austria
  2. Heimische Industrie im Oktober weiter im Aufwind (28.10.2026) – finanzen.at / APA
  3. Der Puls wird wieder schneller und warum Diesel dem Öl-Preis davonläuft (28.10.2026) – Börse Express
  4. Robuster als gedacht? Heimische Industrie wächst wieder (01.11.2026) – Der Standard

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.