Oracle kippt laut FT den Tencent-Deal über 7 Mrd. Dollar (CHF 5,7 Mrd.) nach Druck von Trump
Der US-Softwarekonzern soll einen KI-Vertrag mit dem chinesischen Techriesen auf Druck aus Washington aufgelöst haben, berichtet die Financial Times. Es geht um rund 100 000 Chips. Der Fall zeigt, wie eng der Spielraum für das Mietgeschäft mit China wird.
Oracle hat laut einem Bericht der Financial Times vom 4. November einen KI-Vertrag mit Tencent über 7 Mrd. Dollar (CHF 5,7 Mrd.) gestrichen. Der Schritt sei unter Druck von US-Präsident Donald Trump erfolgt und falle in eine Phase wachsender Spannungen für US-Anbieter von KI-Infrastruktur, die mit chinesischen Techkonzernen arbeiten. Von dem Artikel war nur die Kurzfassung lesbar. Eine Bestätigung durch Oracle, Tencent oder eine zweite Quelle fanden wir zunächst nicht. Die Meldung ist deshalb als Medienbericht zu lesen.
Was vereinbart war
Die Financial Times hatte das Geschäft selbst am 1. Oktober publik gemacht. Tencent sollte demnach rund 100 000 moderne KI-Chips über fünf Jahre mieten, die in mehreren Oracle-Rechenzentren in Südostasien stehen. Rund 30 % oder etwa 2,1 Mrd. Dollar (CHF 1,7 Mrd.) waren im Voraus fällig. Es wäre Tencents bisher grösster Mietvertrag im Ausland gewesen. Die Oracle-Aktie stieg damals vorbörslich um knapp 2 %. Beide Firmen hatten den Vertrag laut The Signal nicht bestätigt.
Für Tencent ging es um Rechenleistung, die in China nicht erhältlich ist. Der Cashflow des Konzerns lag im zweiten Quartal laut Financial Times bei minus 13,8 Mrd. Yuan (CHF 1,7 Mrd.), erstmals seit über zehn Jahren im negativen Bereich.
Eine Lücke, die sich schliesst
US-Exportregeln verbieten chinesischen Firmen den Kauf der modernsten KI-Chips, nicht aber das Mieten von Rechenleistung ausserhalb Chinas. Genau diese Lücke steht unter Beschuss. Das Repräsentantenhaus verabschiedete im Januar mit 369 zu 22 Stimmen den Remote Access Security Act, der den Behörden Befugnisse über den Fernzugriff auf kontrollierte Chips gäbe. Die Vorlage liegt im Bankenausschuss des Senats. Laut The Signal arbeitet zudem das Handelsministerium an einer Regel gegen solche Mietverträge.
Für Oracle kommt der Bericht in einer unruhigen Woche. Die Aktie fiel am Montag um 8,8 % und erholte sich am Dienstag um 5,8 % auf 126,19 Dollar (CHF 103). Die Tencent-Aktie lag in Hongkong am Mittwoch kaum verändert. An den Börsen wirkte sich der Bericht bis zum Morgen somit nicht sichtbar aus, die Wall Street öffnet aber erst um 15.30 Uhr.
Quellen
- Oracle cancels $7bn Tencent AI deal under Trump pressure (04.11.2026, nur Kurzfassung) – Financial Times
- Oracle shares rise on reports of massive Tencent AI chip deal (01.10.2026) – Sharecast / Hargreaves Lansdown
- Tencent leases 100,000 AI chips from Oracle in a $7bn deal, FT reports (02.10.2026) – The Next Web
- Oracle Leases Tencent 100,000 AI Chips Under a Rule Congress Wants to Change (02.10.2026) – The Signal
- Oracle Corporation, Kursdaten (04.11.2026) – Yahoo Finance
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.