Paraguay: Senat setzt Präsident Peña nach Ueno-Bankenkrise ab, Staatsanleihen unter Druck
Der Senat von Paraguay hat Präsident Santiago Peña am Freitagabend des Amtes enthoben. Auslöser ist der Zusammenbruch der Digitalbank Ueno mit rund 3 Millionen Kunden. Die Risikoprämie auf Staatsanleihen ist in wenigen Tagen deutlich gestiegen.
Paraguay erlebt innert einer Woche eine Banken- und eine Staatskrise. Am Freitag, 6. November, stimmte der Senat für die Absetzung von Präsident Santiago Peña. Laut Handelsblatt war das Votum einstimmig, CNN Chile meldet 44 zu 1 Stimmen. Die Senatoren werfen Peña Pflichtverletzung im Amt vor. Zuvor hatte bereits die Abgeordnetenkammer das Amtsenthebungsverfahren gebilligt.
Peña hatte am Donnerstag seinen Rücktritt eingereicht, den der Kongress jedoch nicht annahm. Mit einem angenommenen Rücktritt wäre er laut Handelsblatt Senator auf Lebenszeit mit Immunität geworden. Kurz nach dem Entscheid erliess die Generalstaatsanwaltschaft einen Haftbefehl gegen ihn. Vizepräsident Pedro Alliana, wie Peña Mitglied der Colorado-Partei, übernimmt das Amt bis August 2028.
Was bei Ueno geschah
Ueno ist eine Digitalbank der Grupo Vázquez und war zu einer der grössten Banken des Landes gewachsen. Am 3. November leitete die Zentralbank ein Abwicklungsverfahren ein, weil die Kapitalquote unter die Hälfte des Mindestwerts gefallen war. Kunden hatten zeitweise keinen Zugriff auf ihre Konten. Laut Reuters verwaltet Ueno rund 850 Mio. Dollar (CHF 697 Mio.) an öffentlichen Geldern, darunter Mittel der Sozialversicherung IPS.
Peña war bis März 2025 Geschäftspartner der Gruppe, die hinter Ueno steht. Er weist einen Interessenkonflikt zurück. Zentralbankchef Carlos Carvallo, der Ueno bis August 2023 geleitet hatte, trat auf Wunsch Peñas zurück. Auch gegen ihn liegt laut Handelsblatt ein Haftbefehl vor. Die Staatsanwaltschaft liess zudem mehrere Bankmanager festnehmen.
Reaktion an den Anleihenmärkten
Die Krise trifft ein Land, das als Musterschüler Südamerikas galt. Die Wirtschaft wuchs 2025 laut FrontierView um 6,6 %. Der Risikoaufschlag für Staatsanleihen im JPMorgan-Index EMBI stieg laut ABC Color von 125 Basispunkten am 2. November auf zeitweise 157 Basispunkte am 5. November und schloss bei rund 143 Basispunkten. Die Anleihe mit Fälligkeit 2050 notierte noch bei rund 83 Cent je Dollar Nennwert.
Moody's bewertet Paraguay mit Baa3, der tiefsten Stufe im Investment Grade, also im Bereich als sicher eingestufter Schuldner. Die Agentur sieht die Krise als negativ, aber vorerst ohne direkte Folgen für die Bonität. Die Staatsverschuldung liege bei rund 38 % des Bruttoinlandprodukts. Der Einlagensicherungsfonds verfügte im September über 1,6 Mrd. Dollar (CHF 1,3 Mrd.), etwa das Doppelte der versicherten Einlagen bei Ueno. Laut Moody's wären rund 97 % der Einleger voll gedeckt.
Quellen
- Staatskrise in Paraguay: Peña als Präsident abgesetzt (07.11.2026) – Handelsblatt
- Senado de Paraguay destituye al presidente Santiago Peña tras crisis por Ueno Bank (06.11.2026) – CNN Chile
- Paraguay's central bank chief resigns at president's request as digital lender crisis deepens (04.11.2026) – The Star / Reuters
- En medio de la crisis de Ueno Bank, precios de bonos soberanos de Paraguay se desploman (06.11.2026) – ABC Color
- Moody's no ve impacto inmediato en perfil crediticio de Paraguay por crisis de Ueno bank (06.11.2026) – ABC Color / EFE
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.