Update: Paraguays Präsident Peña tritt nach dem Kollaps der Digitalbank Ueno zurück
Santiago Peña hat am 5. November seinen Rücktritt als Präsident von Paraguay erklärt, zwei Tage nach dem Eingriff bei der Digitalbank Ueno. Vizepräsident Pedro Alliana soll übernehmen, doch auch gegen ihn lag ein Antrag auf Amtsenthebung vor.
Update, 19.25 Uhr: Peña gab den Rücktritt am späten Nachmittag Schweizer Zeit in einer Videobotschaft bekannt. Er begründete den Schritt laut Reuters sinngemäss mit der Stabilität des Landes, dem sozialen Frieden und dem Schutz der demokratischen Institutionen. Der Kongress sollte den Rücktritt um 14 Uhr Ortszeit entgegennehmen, der Senat muss ihn bestätigen. Die Vereidigung Allianas war laut Reuters gegen 15.30 Uhr Ortszeit geplant, das entspricht 19.30 Uhr Schweizer Zeit. Er soll die Amtszeit bis 2028 zu Ende führen.
Die eigene Partei liess Peña fallen
Zuletzt hatte der Präsident auch den Rückhalt der regierenden Colorado-Partei verloren. Parteichef Horacio Cartes, einst sein Förderer, stellte sich hinter das Verfahren. 35 Abgeordnete hatten die Anklage gegen Peña und Alliana eingereicht, nötig waren 53 der 80 Stimmen. Vorgeworfen werden Peña Interessenkonflikte und die Begünstigung der Bank. Er war laut Reuters bis März 2025 an der Eigentümergruppe beteiligt. Die Generalstaatsanwaltschaft überwies eine Strafanzeige an die Einheit für Wirtschaftsdelikte. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Was bei Ueno bisher geschah
Die Banco Central del Paraguay leitete am 3. November die Abwicklung ein, weil die Solvenzquote unter die Hälfte des Minimums gefallen war. Rund 2,9 Millionen Kunden kommen seither nicht an ihr Geld, bei 6,1 Millionen Einwohnern. Die Einlagen lagen im September laut der argentinischen La Nación bei rund 2,84 Mrd. Dollar (CHF 2,3 Mrd.). Rund 850 Mio. Dollar (CHF 690 Mio.) stammen aus öffentlicher Hand, darunter etwa 380 Mio. Dollar (CHF 310 Mio.) der Sozialversicherung IPS.
Der Einlagenschutz deckt rund 38 000 Dollar (CHF 31 000) pro Kunde. Ein neues Gesetz soll bis zu 40 Mindestlöhne, also rund 20 000 Dollar (CHF 16 000), innert fünf Arbeitstagen auszahlen. Notenbankchef Carlos Carvallo trat zurück, zum Nachfolger wurde Raúl Vera Bogado ernannt, der Senat muss noch zustimmen. Die Staatsanwaltschaft erhob laut Infobae Anklage gegen 27 Personen, für Gründer und Hauptaktionär Miguel Vásquez beantragte sie Untersuchungshaft. Acht Führungskräfte wurden festgenommen. Auch hier gilt die Unschuldsvermutung.
Quellen
- Paraguay President Peña resigns under mounting pressure from bank collapse (05.11.2026) – Reuters via MarketScreener
- Renunció el presidente de Paraguay Santiago Peña tras el escándalo de Ueno Bank (05.11.2026) – La Nación
- Santiago Peña renunció a la Presidencia de Paraguay por el escándalo del Ueno Bank (05.11.2026) – Infobae
- Renunció Santiago Peña: la caída del Presidente por el caso Ueno Bank (05.11.2026) – ABC Color
- Bankenkrise: Paraguays Präsident Peña tritt nach Bankenkollaps zurück (05.11.2026) – Handelsblatt
- Paraguay seizes major digital bank tied to president, leaving millions of customers in limbo (03.11.2026) – Associated Press via Yahoo Finance
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.