Technologie

Lausanner Start-up Pave Space will Satelliten in unter 24 Stunden in ihre Zielbahn bringen

31. Oktober 2026, 18:23 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Pave Space aus Lausanne entwickelt eine Raumfähre, die Satelliten aus der erdnahen Umlaufbahn rasch weiter hinaus befördern soll. Investoren haben 40 Mio. Dollar (CHF 33 Mio.) eingeschossen. Noch 2026 sollen im Wallis die ersten Triebwerkstests laufen.

Die Raumfahrt hat ein Logistikproblem. Raketen bringen die meisten Satelliten heute günstig in eine erdnahe Umlaufbahn (LEO). Wer jedoch weiter hinaus will, etwa in die geostationäre Bahn, wartet oft sechs Monate bis ein Jahr, bis der Satellit mit eigenem Antrieb dort ankommt. Hier setzt das 2024 gegründete Lausanner Start-up Pave Space an. Das berichtet die «Handelszeitung» in einem Porträt der Gründerin Julie Böhning, das cash.ch am 31. Oktober übernommen hat.

Ein Schlepper für bis zu fünf Tonnen

Kern des Plans ist das rund 20 Tonnen schwere Transportfahrzeug Lyoba. Fachleute nennen solche Systeme Kickstage oder Orbit-Schlepper. Lyoba soll bis zu fünf Tonnen Nutzlast aus der erdnahen Bahn in mittlere und geostationäre Umlaufbahnen oder auf den Weg zum Mond bringen, und zwar in weniger als 24 Stunden. Als Treibstoff dienen lagerfähige Flüssigtreibstoffe statt tiefgekühlter Gase. Sie verdampfen nicht und halten sich deshalb über Monate im Tank. Das Fahrzeug soll mit den Trägerraketen Falcon 9, Ariane 6 und jener von Mitsubishi Heavy Industries kompatibel sein. Laut dem Bericht bleiben rund 95 % aller Satelliten in der erdnahen Bahn, die übrigen warten heute teils monatelang auf ihre Zielposition.

Vom Studentenprojekt zur Millionenfinanzierung

Böhning und Mitgründer Jérémy Marciacq hatten zuvor mit Freunden das studentische Gruyère Space Program aufgebaut. Mit rund 250 000 Franken von Sponsoren entwickelte das Team eine eigene Testrakete, die 2024 autonom senkrecht landete. Im März 2026 sammelte Pave Space in einer Seed-Runde 40 Mio. Dollar (CHF 33 Mio.) ein, angeführt von Visionaries Club und Creandum. Auch Lombard Odier Investment Managers und b2venture beteiligten sich. Zuvor hatte die Firma erst rund 2 Mio. Dollar (CHF 1,6 Mio.) aufgenommen. Damals lagen acht Reservierungsvereinbarungen mit Satellitenbetreibern und -herstellern vor, Namen nennt die Firma nicht.

Heute beschäftigt Pave Space rund 50 Personen. Noch in diesem Jahr sollen im stillgelegten Kraftwerk Chavalon im Wallis die ersten Heissläufe des Triebwerks stattfinden. Die Qualifikation einer kleineren Plattform ist für 2027 geplant, ein konkretes Datum für den ersten Flug von Lyoba gibt es noch nicht. Böhning sagte bei der Finanzierung sinngemäss, die Raumfahrt trete in eine industrielle Phase ein, in der Logistik im All so wichtig werde wie auf der Erde.

Quellen

  1. Wie Julie Böhning zur Schweizer Space-Königin wurde (31.10.2026) – cash.ch / Handelszeitung
  2. PAVE Space raises $40M seed to move satellites between orbits in 24 hours (25.03.2026) – Laffaz
  3. Pave Space raises $40M to cut satellite deployment from months to hours (25.03.2026) – Satellite Evolution

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.