Pfund auf dem höchsten Stand seit dem Brexit-Votum: Korbindex bei 86,4 Punkten vor dem Zinsentscheid
Das britische Pfund ist gegenüber einem Korb wichtiger Währungen so stark wie seit dem Referendum von 2016 nicht mehr. Händler setzen auf die erste Zinserhöhung der Bank of England seit 2023. Der schwache Dollar nach den US-Wahlen hilft zusätzlich.
Der meistbeachtete Pfund-Index, der die Währung mit 18 anderen wichtigen Devisen vergleicht, erreichte diese Woche laut BBC 86,4 Punkte. Der Wert 100 entspricht dem Stand von 2005. Damit liegt das Pfund gleichauf mit seinem höchsten Niveau seit dem Brexit-Votum vom Juni 2016. Die Bank of England will die Berechnung am Donnerstag offiziell bestätigen.
Gegenüber dem Dollar kletterte das Pfund am Mittwoch auf rund 1,347 Dollar (CHF 1,10), den höchsten Stand seit dem 15. September. Das entspricht einem Tagesplus von 0,43 %. Der Dollar hatte nach dem Wahlsieg der Demokraten nachgegeben. Zum Euro notierte das Pfund am Dienstag bei 83,35 Pence je Euro, nahe dem 18-Monats-Hoch aus der Vorwoche.
Zinsentscheid am Donnerstag
Wichtigster Treiber ist die Bank of England. Ihr neunköpfiger Geldpolitischer Ausschuss entscheidet am 5. November. Von Reuters befragte Ökonomen erwarten eine Erhöhung des Leitzinses von 3,75 % auf 4,0 %. Es wäre der erste Schritt nach oben seit August 2023. Die US-Bank BBH rechnet mit einem Stimmenverhältnis von 7 zu 2, wobei Alan Taylor und Swati Dhingra für unverändert stimmen dürften.
Die Märkte gehen laut Reuters von drei weiteren Erhöhungen im nächsten Jahr aus. Das halten viele Fachleute für übertrieben. Henry Cook, Europa-Ökonom der MUFG, rechnet noch mit einem weiteren Schritt im Februar. Mark McCormick, Chef-Devisenstratege von BMO, hält auch eine einmalige Erhöhung für möglich und erwartet, dass die Notenbank den Markterwartungen entgegentritt.
Mehr als nur Zinsen
Laut BBC sehen manche Händler Grossbritannien inzwischen anders: politisch stabil, mit solidem Wachstum und besseren Beziehungen zur EU. Der Ökonom und frühere Schatzamtsminister Jim O'Neill sagte der BBC sinngemäss, die Fortschritte des Landes seien unterschätzt worden. Ein starkes Pfund verbilligt zudem Importe und kann so die Teuerung dämpfen. Höhere Energiepreise belasten dagegen die Konsumstimmung.
Zum Franken ist das Bild gemischt. Ein Pfund kostet rund 1,10 Franken. Das liegt laut Kursdaten von Yahoo Finance deutlich über dem Tief der letzten zwölf Monate von etwa 1,03 Franken, aber noch unter dem Hoch von rund 1,11 Franken.
Quellen
- Pound rises to its highest level since the Brexit referendum (04.11.2026) – BBC via Finwire
- Sterling steady as traders await BoE, nervously watch midterms (03.11.2026) – Reuters via Global Banking & Finance
- Sterling Slides as Markets Brace for BoE, US Midterms (03.11.2026) – Tradingpedia
- British Pound (04.11.2026) – Trading Economics
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.