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Deutsche Privatbanken bieten 4,2 % mehr Gehalt ab Mitte 2027, Verdi fordert 6 % und KI-Schutz

2. November 2026, 21:25 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Im Tarifstreit der deutschen Privatbanken liegt nach Warnstreiks ein erstes Angebot vor. Die Arbeitgeber bieten 4,2 % über 36 Monate, die Gewerkschaft Verdi will mehr. Betroffen sind rund 150 000 Beschäftigte, unter anderem bei Deutscher Bank, Commerzbank und Unicredit.

Der Arbeitgeberverband AGV Banken legte am 2. November in der zweiten Verhandlungsrunde in Frankfurt sein Angebot vor. Die Tarifgehälter sollen ab Mitte 2027 um 4,2 % steigen, die Laufzeit beträgt 36 Monate. Verhandlungsführer Thomas A. Lange sprach laut Handelsblatt von einem fairen Angebot in herausfordernden Zeiten.

Verdi verlangt deutlich mehr. Die Forderung lautet 6 % bei zwölf Monaten Laufzeit und monatlich 300 Euro (CHF 275) zusätzlich für Nachwuchskräfte. Die Erhöhung soll auch für über- und aussertariflich Beschäftigte gelten. Rein rechnerisch entspricht das Angebot rund 1,4 % pro Jahr der Laufzeit, zudem greift es erst Mitte 2027. Verhandlungsführer Jan Duscheck sagte, die Beschäftigten hätten gezeigt, dass sie sich nicht länger hinhalten liessen.

Streit um künstliche Intelligenz

Die Lohnfrage ist nur ein Teil des Konflikts. Verdi will verbindliche Regeln zu Beschäftigungsschutz, Personalplanung und Qualifizierung beim Einsatz künstlicher Intelligenz. Die Arbeitgeber lehnten es bereits in der ersten Runde vom 8. Oktober ab, das im Tarifvertrag zu regeln. Lange warnte nun, ein Tarifpaket dürfe nicht mit vielen komplexen Themen überfrachtet werden. Dazu kommt der Wunsch der Gewerkschaft nach bis zu 20 zusätzlichen freien Tagen pro Jahr, finanziert durch umgewandelte Gehaltsbestandteile.

Der Streit zeigt, dass der KI-Einsatz in der Finanzbranche nun auch die Sozialpartner beschäftigt.

Warnstreiks und nächster Termin

Vor der Runde hatte Verdi zu den ersten bundesweiten Warnstreiks aufgerufen. Am 26. Oktober waren rund 3500 Beschäftigte in Hamburg zum ganztägigen Ausstand aufgerufen, darunter in Filialen von Deutscher Bank, Unicredit und Commerzbank. Carsten Rogge-Strang vom AGV Banken hatte im Vorfeld keine spürbaren Folgen für den Bankbetrieb erwartet. Die dritte Runde ist für den 23. November in Berlin angesetzt.

Der Streit fällt in eine Phase hoher Bankgewinne, auf die Verdi ausdrücklich verweist. Zugleich laufen in Deutschland weitere grosse Tarifkonflikte, so in der Metall- und Elektroindustrie.

Quellen

  1. Tarifstreit: Privatbanken bieten 4,2 Prozent mehr Gehalt – Verdi fordert mehr (02.11.2026) – Handelsblatt
  2. ver.di ruft zu bundesweiten Warnstreiks bei privaten Banken auf (23.10.2026) – DGB / ver.di
  3. Verdi ruft bundesweit zu Warnstreiks bei privaten Banken auf (23.10.2026) – Börsen-Zeitung
  4. Private Banken: ver.di ruft 150.000 Beschäftigte zu Warnstreiks auf (23.10.2026) – ad-hoc-news

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.