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Private Credit unter Zinsdruck: Höhere Fed-Zinsen bringen mehr Ertrag, aber auch mehr Ausfälle

1. November 2026, 15:24 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Seit die US-Notenbank im September die Zinsen erhöht hat, steigen die Erträge der privaten Kreditfonds. Gleichzeitig wächst die Last für ihre oft hoch verschuldeten Schuldner. Die Ausfallraten liegen bereits auf Rekordniveau.

Der Markt für private Unternehmenskredite, im Fachjargon Private Credit, wird zum Prüfstein für die Zinswende in den USA. Gemeint sind Darlehen, die Fonds und Vermögensverwalter direkt an meist mittelgrosse Firmen vergeben, ohne Bank und ohne Börse. Das Handelsblatt beziffert den Markt am 1. November auf rund 2 Billionen Dollar (CHF 1650 Mrd.) und spricht von einem neuen Stresstest durch steigende Zinsen.

Die US-Notenbank Fed hat im September den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 % angehoben, die erste Erhöhung seit 2023. In dieser Woche legte sie eine Pause ein, eine weitere Anhebung bis Jahresende gilt aber als möglich.

Gewinner und Verlierer derselben Zinsen

Weil die meisten dieser Kredite variabel verzinst sind, profitieren die Geldgeber direkt von höheren Leitzinsen. Beim Vermögensverwalter Ares Management sind 83 % der Schuldtitel im Kreditbereich variabel verzinst, wie Konzernchef Michael Arougheti am 29. Oktober bei der Vorlage der Quartalszahlen sagte. Er räumte zugleich ein, dass höhere Zinsen die Zinslast der Schuldner erhöht hätten. Die Zinsdeckung, also wie oft der Betriebsgewinn die Zinskosten abdeckt, liege im US-Direktkreditgeschäft bei 2,1. Die Quote notleidender Kredite sank laut Finanzchef Jarrod Phillips leicht auf 1,8 %.

Im Gesamtmarkt sieht es weniger ruhig aus. Die Ratingagentur Fitch mass für die zwölf Monate bis Ende August eine Ausfallrate bei privaten US-Krediten von 6,3 %, berichtet das Magazin Global Finance. Seit April liegt sie bei 6 % oder darüber. Besonders betroffen sind kleinere Firmen mit einem Betriebsgewinn unter 25 Mio. Dollar (CHF 21 Mio.), dort lag die Quote bei 12 %. Fast die Hälfte der Fälle waren keine klassischen Zahlungsausfälle, sondern Laufzeitverlängerungen in Notlage sowie Zinsen, die nicht bar bezahlt, sondern dem Kredit zugeschlagen werden.

Wer am Ende das Risiko trägt

Trotz steigender Zinsen haben die Aktien grosser Private-Credit-Häuser nach der Fed-Erhöhung nachgegeben, schreibt das Handelsblatt. Die Zeitung wirft die Frage auf, ob am Ende die Steuerzahler einen Teil des Risikos tragen könnten. Ein Grund für die Verflechtung: Kreditlinien von Banken an solche Nichtbank-Kreditgeber gehören zu den am schnellsten wachsenden Kreditarten der Banken. Nach Daten der Fed stammen inzwischen 17 % der Kredite an US-Unternehmen aus diesem Sektor, Ende 2015 waren es erst 5 %.

Quellen

  1. Mehr Rendite, mehr Pleiten: Steigende Zinsen werden zum neuen Stresstest für Private Credit (01.11.2026) – Handelsblatt
  2. Ares (ARES) Q3 2026 Earnings Call Transcript (29.10.2026) – The Motley Fool
  3. Fed Rate Hike Squeezes an Already Stressed Private Credit Sector (16.09.2026) – Global Finance
  4. Perspective on Risk - Oct. 30, 2026 (Liquidity Rules & Private Credit) (30.10.2026) – Perspective on Risk

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.