Wetten auf die US-Zwischenwahlen: Kalshi und Polymarket erleben vor dem 3. November einen Ansturm
Vor den Kongresswahlen vom 3. November fliesst so viel Geld wie nie in Prognosemärkte. Das Handelsvolumen hat sich im Oktober mehr als verdoppelt. Kritiker warnen jedoch, dass viele Märkte zu dünn sind, um verlässliche Signale zu liefern.
Prognosemärkte sind Handelsplattformen, auf denen Anleger Kontrakte auf den Ausgang von Ereignissen kaufen. Ein Kontrakt zahlt einen Dollar, wenn das Ereignis eintritt, sonst nichts. Der Preis lässt sich daher als vom Markt geschätzte Wahrscheinlichkeit lesen. Vor den US-Zwischenwahlen, den sogenannten Midterms, erleben die beiden grössten Anbieter Kalshi und Polymarket einen Boom.
Volumen mehr als verdoppelt
Laut einer Auswertung des Branchenportals DeFi Rate wurden vom 1. bis 20. Oktober auf Kalshi, Polymarket US, ForecastEx und Gemini Wahlkontrakte für 103,87 Mio. Dollar (CHF 86 Mio.) gehandelt. Im gleichen Zeitraum im September waren es rund 41 Mio. Dollar (CHF 34 Mio.), ein Plus von 153 %. Gut drei Viertel entfielen auf Kalshi. Am meisten Geld bewegten die Wette auf die Kontrolle des Repräsentantenhauses mit knapp 27 Mio. Dollar (CHF 22 Mio.) und das Senatsrennen in Texas zwischen Ken Paxton und James Talarico mit 21,7 Mio. Dollar (CHF 17,9 Mio.).
Die Angaben schwanken je nach Abgrenzung stark. Die New York Post bezifferte unter Berufung auf Reuters das gesamte Midterm-Volumen auf Kalshi und Polymarket Mitte Oktober auf über 220 Mio. Dollar (CHF 181 Mio.), nach 92 Mio. Dollar (CHF 76 Mio.) im ganzen Wahlzyklus 2024. Eine Analyse von CNN kam auf über 1,4 Mrd. Dollar (CHF 1,15 Mrd.). DeFi Rate weist zudem darauf hin, dass das Volumen nach Anzahl Kontrakte zu je einem Dollar gemessen wird und nicht dem tatsächlich bewegten Geld entspricht.
Viele Märkte, wenig Tiefe
Die Zahl der Märkte ist explodiert. Laut dem Anti-Corruption Data Collective gibt es in diesem Wahlzyklus über 21 000 Märkte zu Kongresswahlen, vor zwei Jahren waren es 463. Viele davon sind sehr klein. Eine Wette von 3500 Dollar (CHF 2900), dem gesetzlichen Höchstbetrag für eine Einzelspende an einen Kandidaten, könne 97 % der Midterm-Märkte um mindestens 5 Cent (4 Rappen) bewegen, rechnete die Organisation laut dem Kryptoportal Decrypt vor. Auf Polymarkets internationaler Plattform stammen 70 % des Volumens zu Kongresswahlen von nur 1 % der Konten.
Auch die Treffsicherheit steht zur Debatte. Das Wall Street Journal berichtete am Samstag, Prognosemärkte hätten zuletzt bei Wahlen in Brasilien, Serbien und Wisconsin danebengelegen, weil vermeintliche Aussenseiter gewannen. Kalshi hat einzelne Kandidaten gesperrt, die auf ihre eigenen Rennen gewettet hatten. Polymarket verweist laut Reuters auf eigene Überwachungssysteme für politische Märkte.
Quellen
- US Election Trading on Kalshi and Polymarket Jumps 153% to $104M Ahead of the Midterms (22.10.2026) – DeFi Rate
- Bettors wager over $220M on midterm election outcomes on Kalshi, Polymarket with big money on Texas Senate battle (14.10.2026) – New York Post (via DNYUZ)
- The Midterms Are the First Real Test of Whether Markets Beat Pollsters (20.10.2026) – Decrypt
- More than US$1.4 billion has been traded on prediction markets for the 2026 midterms (23.10.2026) – CTV News / CNN
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.