Schwedens Notenbank erhöht den Leitzins auf 2,0 %: Erster Zinsschritt nach oben seit 2023
Die Riksbank hebt den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte an und stellt eine weitere Erhöhung in Aussicht. Grund sind die stärkere Wirtschaft und Lieferprobleme wegen des Kriegs im Nahen Osten. Damit dreht in Europa eine weitere Notenbank.
Die schwedische Riksbank hat am 4. November ihren Leitzins von 1,75 % auf 2,00 % angehoben. Analysten hatten den Schritt im Schnitt erwartet. Es ist die erste Zinsänderung seit über einem Jahr und die erste Erhöhung seit dem Herbst 2023. Damals hatte die Notenbank den Satz am 20. September auf 4,00 % gesetzt, bevor sie ihn in mehreren Schritten senkte.
Zur Begründung schreibt die Riksbank, die stärkere Konjunktur und Kostensteigerungen durch Lieferstörungen dürften die Teuerung nach oben treiben. Der Inflationsdruck bleibe erhöht, was sie mit den Folgen des Kriegs im Nahen Osten erklärt. Indikatoren zeigten, dass der Kostendruck über dem Normalwert liege.
Weitere Erhöhung wahrscheinlich
Die Notenbank legt sich für das weitere Vorgehen bereits fest, wenn auch mit Vorbehalt. Bleibe der Ausblick für Teuerung und Konjunktur unverändert, sei eine weitere Erhöhung im Verlauf des nächsten Jahres wahrscheinlich. Das entspricht dem Zinspfad, den sie im September veröffentlicht hatte. Als Risiko nennt sie zusätzliche Lieferstörungen, die die Inflation noch höher drücken könnten.
Die Märkte blieben ruhig, weil der Entscheid weitgehend erwartet worden war. Grössere Ausschläge gab es weder bei der Währung noch bei den Anleihen. Laut dem schwedischen Fernsehen SVT veränderte sich die Krone gegenüber Dollar und Euro kaum. Die Rendite zehnjähriger schwedischer Staatsanleihen stieg um 0,01 Prozentpunkte auf 3,08 %.
Die Zinswende breitet sich aus
Schweden ist nicht allein. Australiens Notenbank hob ihren Leitzins am Dienstag auf 4,85 % an, in Grossbritannien erwarten Beobachter einen Zinsschritt der Bank of England. Im Euro-Raum liegt die Teuerung bei 4 %, und Bundesbank-Präsident Joachim Nagel nannte eine Erhöhung der Europäischen Zentralbank im Dezember «sehr wahrscheinlich».
Auch in der Schweiz kommt das Thema näher. Die Teuerung stieg im Oktober auf 1,5 %. UBS-Ökonomen erwarten erste SNB-Zinserhöhungen im März und Juni 2027, während die Märkte später rechnen. Für den Franken ist das relevant: Steigen die Zinsen im Ausland früher, wächst der Abstand zum tiefen Schweizer Zinsniveau.
Quellen
- Penningpolitiskt beslut: Styrräntan höjs till 2 procent (04.11.2026) – Sveriges Riksbank
- Schwedische Notenbank erhöht Leitzins wie erwartet auf 2,0 Prozent (04.11.2026) – cash.ch / AWP
- Riksbanken höjer räntan (04.11.2026) – SVT Nyheter / TT
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.