Rohstoffe

Trumps Diesel-Deal mit Putin wackelt: Tanker drehen ab, US-Käufer scheuen die Ladung

5. November 2026, 21:25 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Von den ersten Diesel-Ladungen aus Russland für die USA sind laut Financial Times zwei umgeleitet worden. US-Käufer fürchten rechtliche Folgen, und nach dem Wahlsieg der Demokraten wächst der Druck. Das Abkommen sollte 1,8 Mio. Tonnen Diesel bringen.

Das Abkommen zwischen Donald Trump und Wladimir Putin vom Oktober droht schon bei den ersten Lieferungen zu scheitern. Laut Trump sollte Russland sofort 300 000 Tonnen Diesel liefern, im November weitere 500 000 Tonnen und danach 1 Mio. Tonnen. Dafür setzte Washington laut AWP bestehende Sanktionen vorübergehend aus. Der Kreml bleibt dabei: Sprecher Dmitri Peskow sagte laut der Agentur Tass, die Lieferungen seien erfolgt, Einzelheiten seien ein Geschäftsgeheimnis.

Zwei von drei Ladungen umgeleitet

Satellitendaten zeichnen ein anderes Bild. Der Tanker Leruo meldet laut Financial Times neu Brasilien als Ziel. Die sanktionierte Talisman fuhr ins Mittelmeer und meldete sich vor Algerien ohne festes Ziel. Zwei der drei russischen Diesel-Ladungen für die USA seien nun umgeleitet worden, sagte Matt Smith vom Datenanbieter Kpler sinngemäss laut Moscow Times. Auch bei der dritten, der Agioi Fanendes mit laut AWP rund 49 000 Tonnen an Bord, erwartet er einen Kurswechsel. Die Primorye nennt laut Greenpeace die Bahamas als Ziel.

Das Problem liegt bei den Abnehmern. US-Käufer lehnten die Ladungen bisher wegen rechtlicher Drohungen ab. New Jerseys demokratische Gouverneurin Mikie Sherrill warnte Hafen- und Terminalbetreiber vor Bussen in Millionenhöhe. Der Auswärtige Ausschuss des Senats verlangte laut CNN, dass Banken, Hafenbetreiber und beteiligte Firmen ihre Unterlagen aufbewahren. Die Demokraten übernehmen im Januar den Kongress und könnten dann Untersuchungen einleiten.

Wenig Wirkung auf den Weltmarkt

Für den Ölmarkt sind die Mengen klein. Der Guardian rechnete vor, dass die ersten 300 000 Tonnen nur etwa drei Viertel des täglichen US-Verbrauchs decken. Die US-Dieselpreise liegen laut Moscow Times rund 70 % über dem Vorjahr, Hauptgrund ist die faktische Blockade der Strasse von Hormus durch den Iran.

Der Ölpreis bleibt entsprechend nervös. Die Nordsee-Sorte Brent fiel am Mittwoch von über 103 Dollar (CHF 85) auf knapp 95 Dollar (CHF 77), nachdem Anleger nach den US-Wahlen auf eine Entspannung im Iran-Krieg gesetzt hatten. Am Donnerstag stieg sie wieder auf rund 98,50 Dollar (CHF 80).

Quellen

  1. Kommt russischer Diesel in den USA an? (05.11.2026) – cash.ch / AWP
  2. Russian Diesel Tankers Bound for U.S. Change Course, Casting Doubt on Trump Deal (05.11.2026) – The Moscow Times
  3. BZ=F: Kursdaten Brent (05.11.2026) – Yahoo Finance

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.