Sandoz senkt Umsatzziel wegen Lieferengpässen bei Biosimilars, hebt aber die Margenprognose an
Der Basler Generikahersteller Sandoz erwartet 2026 weniger Umsatzwachstum als bisher, weil die Nachfrage nach Biosimilars das Angebot übersteigt. Gleichzeitig soll die Marge höher ausfallen. Die Aktie stand vorbörslich rund 4 % im Minus.
Sandoz hat am Mittwochmorgen, 28. Oktober, die Zahlen für die ersten neun Monate 2026 vorgelegt. Der Umsatz stieg auf 8,7 Mrd. Dollar (rund CHF 7,2 Mrd.). In Dollar entspricht das einem Plus von 8 %, zu konstanten Wechselkursen von 5 %. Im dritten Quartal wuchs der Konzern währungsbereinigt ebenfalls um 5 %, nach 7 % im zweiten und 3 % im ersten Quartal.
Quartal knapp unter den Erwartungen
Im dritten Quartal setzte Sandoz laut der Nachrichtenagentur Reuters 2,94 Mrd. Dollar um. Analysten hatten in einem von Vara Research erhobenen Konsens mit 3,01 Mrd. Dollar gerechnet. Auch die Biosimilars blieben mit 998 Mio. Dollar leicht unter der Schätzung von 1,02 Mrd. Dollar, obwohl die Sparte währungsbereinigt um 17 % zulegte. Biosimilars sind Nachahmerversionen biotechnologisch hergestellter Medikamente, deren Patentschutz abgelaufen ist. Sie sind aufwendiger in der Herstellung als klassische Generika, bringen aber höhere Margen.
Sandoz begründet die Schwäche mit kurzfristigen Lieferengpässen bei Biosimilars in Europa und weltweit, ausgelöst durch die gestiegene Nachfrage. Zudem sei der Markt in Deutschland schwieriger gewesen als erwartet. Im Generikageschäft drückte der anhaltende Preiszerfall bei wichtigen Penicillin-Wirkstoffen auf den Umsatz. Nach neun Monaten kam die Sparte auf 5,8 Mrd. Dollar und lag damit währungsbereinigt 1 % unter dem Vorjahr. Die Biosimilars wuchsen in derselben Zeit um 19 % auf 2,9 Mrd. Dollar.
Weniger Wachstum, mehr Marge
Für das Gesamtjahr erwartet Sandoz nun ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 5 bis 6 %. Bisher hatte der Konzern ein Plus im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt. Die Kern-EBITDA-Marge soll dagegen 23,0 bis 23,5 % erreichen. Zuvor war eine Verbesserung um rund 100 Basispunkte gegenüber den 21,7 % von 2025 geplant, also auf etwa 22,7 %. Als Gründe nennt das Unternehmen einen günstigeren Umsatzmix und eine bessere operative Leistung.
Von der Generika-Version des Abnehmmittel-Wirkstoffs Semaglutid erwartet Sandoz laut Reuters in diesem Jahr keinen nennenswerten Beitrag. Zulassungen liegen in Brasilien und Kanada vor. Langfristig hält der Konzern an seinen Zielen vom Kapitalmarkttag im September fest: Bis 2035 soll sich der Umsatz mehr als verdoppeln, bis 2040 will Sandoz über 100 Biosimilars im Angebot haben, heute sind es 13.
Aktie unter Druck
Im vorbörslichen Handel verlor die Sandoz-Aktie gemäss cash.ch 4,3 %. Am Dienstag hatte sie bei CHF 82,10 geschlossen. Der Gesamtmarkt dürfte ebenfalls schwächer starten, laut Vorbörse lagen 18 der 20 SMI-Titel im Minus.
Quellen
- Sandoz passt nach ersten neun Monaten Prognose an - Aktie vorbörslich unter Druck (28.10.2026) – cash.ch
- Generic drugmaker Sandoz lowers sales outlook, lifts profit forecast (28.10.2026) – Reuters / Investing.com
- Sandoz-Aktie: Prognose nach drei Quartalen überarbeitet (28.10.2026) – finanzen.net / dpa-AFX
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.