Schaeffler streicht 3460 Stellen und schliesst fünf Standorte: Kosten von 480 Mio. Euro (CHF 439 Mio.)
Der deutsche Auto- und Industriezulieferer Schaeffler legt das nächste Sparprogramm auf. In Europa fallen netto 3460 Stellen weg, davon rund 2660 in Deutschland. Zudem soll die Belegschaft mit einem befristeten Gehaltsverzicht beitragen.
Schaeffler hat das Programm am 3. November vorgestellt und begründet es mit der Autokrise in Europa. Betroffen sind 16 Standorte, fünf davon sollen geschlossen werden: Dortmund mit 430 Beschäftigten, Morbach mit 160, Berlin mit rund 270, Schwalbach mit rund 385 und Herstal in Belgien mit rund 15. Aus Schwalbach soll ein Grossteil nach Frankfurt wechseln, dort fallen rund 190 Stellen weg.
Weitere Einschnitte gibt es unter anderem in Herzogenaurach, Bühl, Nürnberg und Regensburg sowie in Frankreich und der Slowakei. Rund die Hälfte der gestrichenen Stellen liegt in der Produktion, 30 % in Forschung und Entwicklung, der Rest in anderen Bereichen. Der Schwerpunkt liegt auf den Sparten E-Mobility und Powertrain & Chassis. Die E-Mobilitätssparte kommt laut Handelsblatt seit Jahresbeginn nur auf eine Marge von etwa minus 15 %.
300 Mio. Euro pro Jahr, aber erst ab 2030
Ab 2030 soll das jährliche Ergebnis um rund 300 Mio. Euro (CHF 274 Mio.) steigen. Dem stehen Einmalkosten von rund 480 Mio. Euro (CHF 439 Mio.) gegenüber, die überwiegend noch 2026 zurückgestellt werden. Umgesetzt wird der Abbau vor allem 2027 und 2028. Laut Handelsblatt fallen zudem zwei von sieben Führungsebenen unter dem Vorstand weg.
Im Zentrum steht der sogenannte Solidaritätsbeitrag, ein befristeter Gehaltsverzicht über alle Hierarchiestufen. Konzernchef Klaus Rosenfeld bezeichnet ihn als wichtigstes Element des Programms. Er soll das Ergebnis 2027 und 2028 direkt entlasten. Ob er in den 300 Mio. Euro (CHF 274 Mio.) enthalten ist, ist laut Handelsblatt noch unklar.
Fast jede fünfte Stelle in Deutschland
In Deutschland entspricht der neue Abbau rund 9 % der Stammbelegschaft von 31 957 Personen. Zusammen mit früheren Programmen und 1800 bereits unterschriebenen Altersteilzeitverträgen sind es laut Schaeffler rund 18 %. Bereits 2024 und 2025 hatte der Konzern den Abbau von Tausenden Stellen beschlossen.
Die Gewerkschaft reagiert scharf. Bei Schaeffler folge ein Abbauprogramm auf das nächste, noch bevor die Folgen des vorherigen bewältigt seien, sagte Thomas Höhn von der IG Metall gemäss der Nachrichtenagentur dpa-AFX. Der Konzern setzt derweil auf neue Felder: Produktionsvorstand Jochen Schröder sieht Wachstumschancen in der humanoiden Robotik und in der Verteidigung. Die im MDax notierte Aktie gab kurz nach Handelsbeginn in Frankfurt rund 2 % auf 5,87 Euro (CHF 5,36) nach.
Quellen
- Schaeffler kündigt weiteres Ergebnisverbesserungsprogramm an (03.11.2026) – Schaeffler
- Industrie: Schaeffler baut Tausende Stellen in Deutschland ab (03.11.2026) – Handelsblatt
- ROUNDUP: Schaeffler streicht Tausende Jobs und schließt Werke (03.11.2026) – onvista / dpa-AFX
- Autozulieferer Schaeffler schließt vier Standorte in Deutschland (03.11.2026) – Der Standard
- Schaeffler will noch mehr sparen und baut Tausende weitere Jobs ab (03.11.2026) – cash.ch
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.