Tankstellen tragen den Detailhandel, Rohstoffhändler treiben die Dienstleister: Neue BFS-Zahlen
Der Schweizer Detailhandel setzte im September nominal 1,0 % mehr um, doch ohne Tankstellen blieb der Umsatz stehen. Die Dienstleister wuchsen im August um 9,1 %, angetrieben vom Rohstoffhandel. Beide Zahlen tragen die Handschrift der hohen Ölpreise.
Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat am 2. November zwei Monatsstatistiken veröffentlicht, die auf den ersten Blick ein robustes Bild zeichnen. Der Detailhandel legte im September gegenüber dem Vorjahresmonat nominal um 1,0 % und real um 1,6 % zu, bereinigt um Verkaufs- und Feiertagseffekte. Der Blick in die Details zeigt allerdings, woher das Plus kommt.
Ohne Tankstellen kein nominales Wachstum
Haupttreiber waren die Tankstellen, deren Erlöse wegen der anhaltend hohen Ölpreise deutlich stiegen. Rechnet man sie heraus, stagnierte der Detailhandel nominal. Real blieb ein Plus von 0,9 %. Rechnerisch waren die Preise in diesem Teil des Handels also tiefer als vor einem Jahr, die Kundschaft erhielt für gleich viel Geld etwas mehr Ware.
Schwächer lief es bei Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren. Der Umsatz sank hier nominal um 0,9 % und real um 0,4 %. Im Juni hatte diese Sparte noch um 1,7 % zugelegt. Die Statistik beruht auf einer Stichprobe von rund 3000 Unternehmen, wobei kleine Firmen nur vierteljährlich befragt werden.
Sechster Plusmonat bei den Dienstleistern
Deutlich kräftiger wuchs der Dienstleistungssektor. Die um Arbeitstage bereinigten Umsätze stiegen im August um 9,1 % gegenüber dem Vorjahresmonat, nach 7,9 % im Juli. Die Werte sind provisorisch. Es ist der sechste Anstieg in Folge, nachdem die Umsätze im Januar um 2,7 % und im Februar um 0,7 % gesunken waren.
Das grösste Plus meldete der Rohstoffhandel mit 32,3 %. Ein solcher Sprung sagt wenig über die Breite der Wirtschaft aus: Der Umsatz einer Branche, die mit Öl und anderen Rohstoffen handelt, steigt schon dann, wenn die gehandelte Ware teurer wird. Dazu kamen Informationsdienstleistungen mit 22,9 % sowie audiovisuelle Medien und Rundfunk mit 17,1 %.
Am anderen Ende stehen der Grosshandel mit Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren mit einem Minus von 5,7 %, die Rechts- und Steuerberatung samt Wirtschaftsprüfung mit minus 5,4 % sowie Werbung und Marktforschung mit minus 5,2 %.
Quellen
- Schweizer Detailhandel legt auch im September zu (02.11.2026) – cash.ch / AWP
- Schweizer Dienstleistungsumsätze legen weiter zu (02.11.2026) – cash.ch / AWP
- Schweizer Detailhandel legt auch im September zu (02.11.2026) – Moneycab via FinanzNachrichten.de
- Detailhandel im Juni erneut gewachsen – Dienstleistungsumsätze legen zu (31.07.2026) – Moneycab
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.