Schweizer Industrie-PMI steigt auf 56,7 Punkte: Einkaufspreise ziehen stark an, Personal wird abgebaut
Die Einkaufsmanagerindizes von UBS und Procure.ch zeigen für Oktober eine robuste Schweizer Wirtschaft. Der Industriewert übertrifft die Prognosen. In den Details zeigen sich aber Engpässe, steigende Kosten und eine schwache Beschäftigung.
Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Schweizer Industrie ist im Oktober um 1,4 auf 56,7 Punkte gestiegen. Das meldeten UBS und der Fachverband Procure.ch am 2. November. Von AWP befragte Ökonomen hatten 54,0 bis 56,0 Punkte erwartet. Der Wert liegt zum achten Mal in Folge über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten.
Auch der Dienstleistungssektor bleibt stark. Sein Index erhöhte sich minim von 59,8 auf 59,9 Punkte und lag damit innerhalb der erwarteten Spanne von 56,0 bis 60,5.
Produktion zieht, Kosten auch
Treiber des Industriewerts ist vor allem die Produktion: Die Teilkomponente stieg von 55,9 auf 58,5 Punkte. Die Auftragsbestände legten nur leicht von 57,0 auf 57,4 Punkte zu. Die Einkaufsmengen wuchsen langsamer, ihr Index ging von 58,0 auf 54,4 Punkte zurück.
Der Haken zeigt sich bei den Vorleistungen. Der Index der Einkaufspreise sprang von 70,0 auf 77,1 Punkte. Die Lieferzeiten der Zulieferer verlängerten sich ebenfalls deutlich, ihr Index stieg von 63,9 auf 67,4 Punkte. Hier ist Vorsicht bei der Lesart geboten: Längere Lieferfristen erhöhen den Gesamtindex rechnerisch, obwohl sie auch auf Engpässe hindeuten und nicht nur auf eine stärkere Nachfrage.
Die Beschäftigung lag mit 48,2 nach 48,4 Punkten weiter unter der Schwelle von 50. Die Industriefirmen bauten also trotz höherer Produktion leicht Stellen ab.
Protektionismus bleibt ein Thema
In einer Zusatzfrage gaben rund 20 % der Industriefirmen an, die Belastung durch protektionistische Massnahmen habe in den letzten zwölf Monaten zugenommen, 80 % sahen keine Veränderung. Rund ein Viertel rechnet für die nächsten zwölf Monate mit weiteren Massnahmen. Fast niemand erwartet eine Entspannung.
Das Bild passt zum Konjunkturbarometer der ETH-Forschungsstelle KOF. Dieses gab zuletzt zwar leicht auf 107,6 Punkte nach, liegt aber weiterhin klar über dem mittelfristigen Durchschnitt von 100.
Auch andernorts in Europa fielen die Oktober-Werte für die Industrie teils besser aus, wie Newsquawk zusammenstellte. Schweden kam auf 60,5 Punkte nach 58,5, Spanien lag mit 52,2 über der Prognose von 50,8. In den Niederlanden ging der Index leicht von 55,6 auf 55,0 Punkte zurück.
Quellen
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.