Rohstoffe

Shell verdoppelt den Quartalsgewinn fast auf 10,8 Mrd. Dollar und kauft für 5 Mrd. Dollar Aktien zurück

29. Oktober 2026, 09:22 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Rekordmargen in den Raffinerien haben Shell im dritten Quartal den höchsten Gewinn seit 2022 beschert. Der britische Energiekonzern übertrifft die Erwartungen und erhöht das Tempo der Aktienrückkäufe deutlich. Die Aktie steigt in London um gut 3 %.

Shell hat am 29. Oktober für das dritte Quartal einen bereinigten Gewinn von 10,8 Mrd. Dollar ausgewiesen, umgerechnet rund CHF 8,9 Mrd. Im Vorquartal waren es 9,8 Mrd. Dollar, ein Jahr zuvor laut der Nachrichtenagentur Reuters 5,4 Mrd. Dollar. Analysten hatten gemäss einer vom Unternehmen erhobenen Umfrage im Schnitt mit 10,3 Mrd. Dollar gerechnet. Nach den Rechnungslegungsregeln IFRS beträgt der den Aktionären zurechenbare Gewinn sogar 12,1 Mrd. Dollar.

Raffinerien als Gewinntreiber

Den grössten Beitrag lieferte das Geschäft mit Chemikalien und Treibstoffen. Es steigerte den Gewinn auf 3,9 Mrd. Dollar. Die Raffineriemarge, also der Erlös aus der Verarbeitung von einem Fass Rohöl zu Benzin, Diesel und anderen Produkten abzüglich der Rohölkosten, stieg laut Shell auf 42 Dollar pro Fass. Im Vorquartal lag sie bei 24 Dollar, vor einem Jahr bei 11,6 Dollar. Reuters führt den Rekordwert auf den Krieg der USA und Israels gegen Iran zurück, der seit neun Monaten die Energieversorgung stört.

Auch das Flüssigerdgasgeschäft lief besser als im Vorquartal und brachte 3,0 Mrd. Dollar ein, leicht mehr als von Analysten erwartet. Die Öl- und Gasförderung (Upstream) erzielte 3,2 Mrd. Dollar, etwas weniger als im zweiten Quartal. Rückläufig war auch das Tankstellen- und Vertriebsgeschäft. Konzernchef Wael Sawan führte das Ergebnis auf die konsequente Ausrichtung auf die betriebliche Leistung zurück, wie er in der Mitteilung schreibt.

Mehr Geld für die Aktionäre

Für die kommenden drei Monate kündigt Shell Aktienrückkäufe über 5 Mrd. Dollar an, nach zuvor 3 Mrd. Dollar pro Quartal. Der operative Cashflow erreichte 21,0 Mrd. Dollar, der freie Cashflow 16,3 Mrd. Dollar. Die Nettoverschuldung sank gegenüber dem Vorquartal von 41,8 auf 39,7 Mrd. Dollar, obwohl Shell Anfang September die Übernahme des kanadischen Gasförderers ARC Resources abgeschlossen hat. Für das ganze Jahr 2026 rechnet der Konzern inklusive ARC mit Investitionen von 23 bis 25 Mrd. Dollar.

Im vierten Quartal wartet eine Belastung: Die Ausbuchung des niederländischen Pensionsplans aus der Bilanz dürfte einen buchhalterischen Verlust ohne Geldabfluss von geschätzt 6,4 Mrd. Dollar verursachen. Zudem erwartet Shell eine tiefere Auslastung der Raffinerien von 92 bis 100 % nach 96 % im dritten Quartal. An der Londoner Börse legte die Aktie am Vormittag um rund 3,3 % auf 4058,5 Pence zu, während der Ölpreis der Sorte Brent mit rund 110 Dollar je Fass leicht nachgab.

Quellen

  1. Shell plc publishes third quarter 2026 press release (29.10.2026) – Shell plc / GlobeNewswire
  2. Shell beats expectations with $10.8 billion profit, hikes buybacks (29.10.2026) – Reuters via Investing.com
  3. Shell Q3 Adjusted Earnings Rise to $10.8 Billion (29.10.2026) – Grafa

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.