SNB verdient in neun Monaten CHF 44,2 Mrd.: Aktien und schwacher Franken treiben das Ergebnis
Die Schweizerische Nationalbank hat von Januar bis September einen Gewinn von CHF 44,2 Mrd. erzielt, allein im dritten Quartal rund CHF 19 Mrd. Ob Bund und Kantone eine Ausschüttung erhalten, bleibt offen, denn der Oktober dürfte deutlich schwächer ausgefallen sein.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat am Freitag, 30. Oktober, um 7.30 Uhr ihr Zwischenergebnis per Ende September veröffentlicht. Nach neun Monaten steht ein Gewinn von CHF 44,2 Mrd. zu Buche. Im ersten Halbjahr waren es CHF 25,2 Mrd., das dritte Quartal steuerte damit rund CHF 19 Mrd. bei. Im Vorjahreszeitraum hatte die SNB nach neun Monaten CHF 12,6 Mrd. verdient.
Fremdwährungen liefern fast den ganzen Gewinn
Den grössten Beitrag leisteten die Fremdwährungspositionen mit CHF 43,3 Mrd. Gemäss den Agenturen Reuters und AWP entfielen davon CHF 29,8 Mrd. auf Wechselkursgewinne, weil der Franken bis Ende September vergleichsweise schwach war. Die Aktienbestände warfen CHF 23,7 Mrd. ab, Zinsen und Dividenden weitere CHF 12,3 Mrd. Belastend wirkten Kursverluste auf Anleihen von CHF 22,6 Mrd., da die Zinsen fast weltweit gestiegen sind. Steigende Zinsen drücken den Marktwert bestehender Obligationen.
Beim Gold drehte das Bild im dritten Quartal. Zur Jahresmitte hatte die SNB auf ihrem unveränderten Goldbestand noch einen Bewertungsverlust von CHF 6,4 Mrd. ausgewiesen. Bis Ende September stieg der Preis auf CHF 112 118 je Kilogramm, rund 7 % mehr als Ende Juni und gut 1 % mehr als Ende 2025. Daraus resultiert nun ein Bewertungsgewinn von CHF 1,2 Mrd. Die Frankenpositionen, vor allem die Verzinsung der Sichtguthaben der Banken sowie Repogeschäfte und eigene SNB-Schuldverschreibungen, brachten nur 58 Mio. Franken ein.
Oktober dürfte Spuren hinterlassen
Die SNB betont wie üblich, dass ihr Ergebnis stark von den Gold-, Devisen- und Kapitalmärkten abhängt und Zwischenergebnisse nur bedingt Rückschlüsse auf das Gesamtjahr zulassen. Laut Reuters und AWP dürfte der Oktober deutlich schwächer verlaufen sein. Der Franken hat wegen politischer Unsicherheiten, etwa den Unruhen in Frankreich und Sorgen um Staatsdefizite, merklich zugelegt. Das führt bei den Fremdwährungsanlagen zu Buchverlusten. Zudem verliefen vor allem die technologielastigen Aktienindizes zuletzt holprig.
Ausschüttung an Bund und Kantone noch offen
Ob Bund und Kantone für 2026 Geld erhalten, entscheidet sich erst mit dem Jahresergebnis. Gemäss der kürzlich erneuerten Vereinbarung mit dem Finanzdepartement sind laut den Agenturberichten bis zu CHF 6 Mrd. möglich. Für das Geschäftsjahr 2025 hatte die SNB bei einem Gewinn von CHF 26,1 Mrd. insgesamt CHF 4 Mrd. ausgeschüttet, einen Drittel an den Bund und zwei Drittel an die Kantone. Die Ausschüttungsreserve lag danach bei CHF 22,3 Mrd. Vor einer Ausschüttung muss die SNB jeweils zuerst die Rückstellungen für Währungsreserven äufnen.
Quellen
- Fremdwährungspositionen beflügeln Gewinn der SNB (30.10.2026) – cash.ch (Reuters/AWP)
- SNB erzielt nach 9 Monaten Gewinn von 44,2 Milliarden Franken (30.10.2026) – investrends.ch (AWP)
- Swiss National Bank Posts 25 Billion Francs First-Half Profit and Warns (31.07.2026) – finews.com
- Annual result of the Swiss National Bank for 2025 (02.03.2026) – Schweizerische Nationalbank
- SNB posts profit of CHF 12.6 billion after 9 months (31.10.2025) – swissinfo.ch
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