Rohstoffe

Spanien nimmt erstmals Olivenöl vom Markt: 12 % der Ernte bleiben im Lager, um den Preissturz zu stoppen

5. November 2026, 22:26 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Spaniens Landwirtschaftsministerium aktiviert laut El País erstmals die Pflicht, 12 % der Olivenölproduktion zurückzuhalten. Grund ist eine um 23 % grössere Ernte bei bereits fallenden Preisen. Abfüller und die Wettbewerbsbehörde sind gegen die Massnahme.

Der weltgrösste Olivenölproduzent greift in den Markt ein. Wie die Zeitung El País am 5. November berichtet, setzt das Ministerium von Luis Planas erstmals einen Mechanismus ein, der für Überschussjahre vorgesehen ist. 12 % der Produktion sollen vorübergehend vom Markt verschwinden. Die Grundlage, die Verordnung APA/1145/2026, erschien am 30. Oktober im Amtsblatt. Das Instrument war laut El Español schon 2021 genehmigt, aber nie angewendet worden.

Bei einer geschätzten Ernte von rund 1,6 Mio. Tonnen entsprechen 12 % rechnerisch etwa 192 000 Tonnen. Der Professor Manuel Parras von der Universität Jaén hatte zuvor mit 194 500 Tonnen gerechnet, die Bauernverbände COAG und UPA mit 187 000 bis 188 700 Tonnen. Nach den bisher bekannten Regeln bleibt das Öl in den Ölmühlen gelagert, möglicherweise bis September 2027. Jede Mühle wählt selbst, welche Qualität sie zurückhält. Erlaubt wären bis zu 20 % der Produktion.

Volle Lager drücken die Preise

Die Ernte 2026/27 wird auf 1,6 Mio. Tonnen geschätzt, 23 % mehr als im Vorjahr und die viertgrösste der Statistik. Dazu kommen Anfangsbestände von 357 000 Tonnen. Zusammen sind das knapp 2 Mio. Tonnen. Das liegt über der Auslöseschwelle von 120 % des Durchschnitts der letzten sechs Saisons, die laut Plataforma Tierra bei rund 1,84 Mio. Tonnen liegt.

Natives Olivenöl extra kostete an der Quelle zuletzt 3,07 Euro (CHF 2,82) je Kilo. Ende September waren es noch 3,44 Euro (CHF 3,15), und im Jahresvergleich lag der Preis im Oktober rund ein Viertel tiefer. Viele Betriebe arbeiten damit laut der Gemeindevereinigung AEMO an oder unter der Rentabilitätsgrenze. Die Produktionskosten sind seit 2021 um 57 % gestiegen.

Abfüller und Wettbewerbshüter wehren sich

Die Bauernverbände begrüssen den Schritt. Die Abfüller Anierac und die Exporteure von Asoliva lehnen ihn ab, weil nur spanische Betreiber betroffen sind. Die Wettbewerbsbehörde CNMC warnte vor negativen Folgen für Konsumenten, besonders mit tiefen Einkommen, und schätzte die Lagerkosten bei maximaler Anwendung auf 9,2 bis 11,7 Mio. Euro (CHF 8,5 bis 10,7 Mio.).

Unsicher bleibt die Ernte selbst. Die Schätzung könnte laut Plataforma Tierra zu hoch sein: 2025/26 lag die Produktion 5,1 % unter der Prognose, der Sommer war heiss und trocken. Fällt die Ernte kleiner aus, verstärkt die Rückhaltung den Preisdruck nach oben.

Quellen

  1. Agricultura activa por primera vez la retirada del 12% de la producción de aceite para evitar el desplome de los precios (05.11.2026) – El País
  2. Agricultura publica la norma para activar la retirada de aceite del mercado, pero aún no fija qué cantidades (30.10.2026) – El Español
  3. Retirada de aceite de oliva: el BOE publica la norma y la cifra se sabrá antes del 15 de noviembre (31.10.2026) – Jaén24h
  4. Aceite de oliva 2026/27: un arranque con más oferta y con la norma de comercialización a la vista (19.10.2026) – Plataforma Tierra
  5. Manuel Parras fija en 194.500 toneladas de aceites de oliva, el 12% de la estimación de producción, la cantidad de aceites de oliva para retirar del mercado (03.11.2026) – Oleum Xauen
  6. El Gobierno español interviene el mercado del aceite de oliva para frenar la caída de precios (03.11.2026) – Diario Socialista

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.