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Wette auf die Midterms: Spitalbetreiber Tenet und HCA steigen, Anleger hoffen auf Medicaid-Gelder

1. November 2026, 13:25 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Vor den US-Zwischenwahlen vom 3. November gehören private Spitalbetreiber zu den Gewinnern an der Wall Street. Anleger setzen darauf, dass ein demokratischer Kongress Kürzungen bei Medicaid bremst. Fachleute warnen, dass das schwieriger wird als erhofft.

Seit Ende Juni haben die Aktien der grossen US-Spitalketten den Gesamtmarkt deutlich hinter sich gelassen. Tenet Healthcare legte bis zum Freitag, 30. Oktober, um rund 46 % auf 273,25 Dollar (CHF 225) zu, HCA Healthcare um rund 21 % auf 473,19 Dollar (CHF 390) und Universal Health Services um rund 18 %. Der S&P 500 gewann im gleichen Zeitraum nur gut 1 %. Laut dem Fachdienst Becker's Hospital Review hat der Sektor damit trotz schwierigem Umfeld zugelegt.

Worauf die Anleger setzen

Hintergrund ist Medicaid, die staatliche Krankenversicherung für Menschen mit tiefem Einkommen. Mit dem Steuer- und Ausgabengesetz «One Big Beautiful Bill Act» der Regierung Trump wurden Kürzungen bei den Medicaid-Zahlungen an Spitäler beschlossen, die schrittweise greifen sollen. Gewinnen die Demokraten am Dienstag eine oder beide Kammern des Kongresses, könnten sie diese Kürzungen verschieben. Das Wahlmodell von Decision Desk HQ sah die Demokraten am 21. Oktober mit 78 % Wahrscheinlichkeit vorne im Repräsentantenhaus und mit 56 % im Senat.

Analyst Brian Tanquilut von Jefferies hält es für möglich, dass die Demokraten einen Aufschub etwa bei den Verhandlungen über die Schuldenobergrenze durchsetzen. JPMorgan bezeichnete die Spitäler in einer Studie Anfang Oktober als die «klarsten Nutzniesser», falls die Kürzungen verzögert oder rückgängig gemacht werden. Auch der Vermögensverwalter Man Group zählt das Gesundheitswesen zu den Sektoren, die von einem klaren demokratischen Sieg profitieren würden.

Die Grenzen der Hoffnung

Die Skepsis wächst allerdings. Das Wall Street Journal schreibt, die Märkte rechneten bereits mit einer Umkehr der Medicaid-Kürzungen, das sei aber leichter gesagt als getan. Die UBS weist darauf hin, dass Präsident Donald Trump ein entsprechendes Gesetz mit seinem Veto stoppen könnte. JPMorgan Asset Management hält grosse Kurswechsel selbst bei einer demokratischen Mehrheit in beiden Kammern für schwierig.

Zudem kämpfen die Spitäler bereits mit einem anderen Problem: Seit erweiterte Prämienzuschüsse für die Krankenversicherungen nach dem «Affordable Care Act» ausgelaufen sind, behandeln sie mehr Patienten ohne Versicherung. HCA bezifferte die Belastung im dritten Quartal auf rund 400 Mio. Dollar (CHF 330 Mio.) vor Steuern. Der Umsatz stieg dennoch um 3,6 % auf 19,85 Mrd. Dollar (CHF 16,4 Mrd.), der Reingewinn sank um 3,9 % auf 1,58 Mrd. Dollar (CHF 1,3 Mrd.). Für das Gesamtjahr erwartet HCA Ergebnisse in der oberen Hälfte der Prognosespanne.

Quellen

  1. Hospital stocks gain ground: 4 things to know (19.10.2026) – Becker's Hospital Review
  2. U.S. Democrats Seen Favored in Midterms; Wall Street Eyes Medicaid-Exposed Hospital Stocks (22.10.2026) – Financial News (FNN)
  3. These 2 sectors will benefit most from a clean Democratic victory (29.10.2026) – Invezz / TradingView
  4. HCA Healthcare Reports Third Quarter 2026 Results (27.10.2026) – HCA Healthcare / SEC
  5. Investors Are Betting a Blue Wave Will Help Hospitals. Don't Count on It. (01.11.2026) – Wall Street Journal

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.