Swisscom vor den Zahlen: Analysten erwarten weniger Umsatz, aber 5 % mehr Reingewinn
Swisscom legt am 5. November die Zahlen für die ersten neun Monate vor. Der Konsens sieht einen tieferen Umsatz, aber mehr Gewinn, getragen von Preiserhöhungen und Synergien in Italien. Die Aktie notiert nahe am Höchststand vom März.
Am Donnerstag, 5. November, öffnet Swisscom die Bücher zu den ersten neun Monaten. Sieben Analysten haben für den Konsens der Nachrichtenagentur AWP Schätzungen abgegeben. Sie rechnen mit einem Umsatz von CHF 10,885 Mrd., nach CHF 11,175 Mrd. im Vorjahr. Das wären 2,6 % weniger.
Beim Betriebsergebnis EBITDAaL, der wichtigsten Kennzahl des Konzerns, erwarten sie CHF 3,85 Mrd. statt CHF 3,777 Mrd. Der Reingewinn dürfte auf CHF 1,041 Mrd. steigen, nach CHF 988 Mio. im Vorjahr. Das entspräche einem Plus von 5,4 %.
Italien bringt Synergien, aber weniger Umsatz
Im Halbjahr lag der Reingewinn bei CHF 668 Mio., 6,9 % über dem Vorjahr, der Umsatz sank um 3 % auf CHF 7,22 Mrd. Dieses Muster dürfte sich fortsetzen. In der Schweiz wirken die Preiserhöhungen vom April und laufende Einsparungen, doch der Umsatz im Telekomgeschäft geht zurück, vor allem bei Firmenkunden.
In Italien kommt der Zusammenschluss von Fastweb und Vodafone Italia voran. Im ersten Halbjahr wies Swisscom Synergien von 166 Mio. Euro (CHF 153 Mio.) aus, für 2026 sind mehr als 300 Mio. Euro (CHF 276 Mio.) geplant. Gleichzeitig fiel der Umsatz dort im ersten Halbjahr um 90 Mio. Euro (CHF 83 Mio.). Zudem fehlt mit Lyca ein Grosskunde mit rund einer Million Anschlüssen. Fürs ganze Jahr ist ein Minus von etwa 150 Mio. Euro (CHF 138 Mio.) möglich. Das Sommerquartal gilt als schwächer, auch wegen möglicher Einbussen beim Roaming.
Glasfaser-Urteil und Umbau im Firmengeschäft
Beachtung dürfte auch ein Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts finden. Es hob die Sanktion der Wettbewerbskommission beim Glasfaserbau auf. Damit könnte Swisscom rund 170 000 blockierte Anschlüsse wieder aktivieren. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig. Offen bleibt auch, ob die Weko es weiterzieht. Zudem baut Swisscom das Schweizer Firmenkundengeschäft um: Ab dem 1. April sollen KI, Daten und digitale Beratung in eine eigene Tochter wandern. Zu Stellen oder Einsparungen hat das Unternehmen nichts gesagt.
Die Jahresziele lauten unverändert auf CHF 14,7 bis 14,9 Mrd. Umsatz, CHF 5,0 bis 5,1 Mrd. EBITDAaL und CHF 3,0 bis 3,1 Mrd. Investitionen. Werden sie erreicht, sieht Swisscom eine Dividende von 27 Franken je Aktie vor, einen Franken mehr als zuletzt.
Die Aktie erreichte am 10. März einen Höchststand von 727 Franken, fiel danach auf 604 Franken und liegt nun wieder bei rund 710 Franken. Seit September gehört sie nicht mehr zum SMI. Laut AWP steckt hinter der Erholung die Suche nach defensiven Titeln angesichts der Sorgen um hohe KI-Bewertungen, nicht ein besseres Telekomgeschäft.
Quellen
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.