Supertanker kosten bis zu 43-mal mehr als im Januar: Wie der Iran-Krieg den Öltransport verteuert
Der Krieg am Persischen Golf hat die Frachtraten für Rohöltanker auf Rekordwerte getrieben. Seit Mitte Oktober sinken sie zwar wieder, doch Analysten erwarten keine Rückkehr auf das Vorkriegsniveau. Für Raffinerien und Verbraucher bleibt Öl dadurch teurer.
Wer Rohöl über die Weltmeere verschifft, zahlt derzeit so viel wie nie. Der Krieg im Nahen Osten macht Tanker knapp und die Transportzeiten länger. Für Supertanker, sogenannte VLCC (Very Large Crude Carrier, rund 2 Mio. Fass Ladung), meldete der Datenanbieter LSEG im September eine Rekord-Tagesrate von 1,27 Mio. Dollar (CHF 1,05 Mio.).
Vom 30'000-Dollar-Tag zur Millionencharter
Laut dem Schiffsmakler Poten, zitiert von Gulf News Anfang Oktober, kostete ein VLCC auf der Route vom Golf in den Fernen Osten Anfang Januar noch rund 30'000 Dollar (CHF 24'700) pro Tag. Anfang Oktober waren es rund 1,3 Mio. Dollar (CHF 1,07 Mio.), also etwa das 43-Fache. Die Fracht verteuerte damit jedes Fass um rund 33 Dollar (CHF 27). Im Januar waren es etwa 1,73 Dollar (CHF 1,43).
Die Gründe sind vielfältig. Wegen der Risiken in der Strasse von Hormus wird Öl im Golf von Oman von kleineren auf grosse Schiffe umgeladen. Das bindet viele Tanker: Laut Kpler umfasst diese Pendelflotte rund 80 VLCC, eine Rundreise dauert im Schnitt 23 statt optimal 9 bis 10 Tage. Hinzu kommen Kriegsrisikoprämien der Versicherer und doppelt so hohe Treibstoffkosten wie zu Jahresbeginn. Die Seefahrtsorganisation IMO zählte im Oktober 29 Zwischenfälle mit Schiffen rund um Hormus, so viele wie nie.
Ölströme verschieben sich
Die hohen Kosten verändern den Handel. Ein Manager des US-Raffineriekonzerns Valero bezifferte die Fracht vom US-Golf nach Asien auf durchschnittlich 30 bis 35 Dollar (CHF 25 bis 29) je Fass, nach rund 5 Dollar (CHF 4,10) im Jahr 2025. Asiatische Raffinerien bestellten laut Bloomberg im Oktober rund die Hälfte weniger US-Rohöl als im September. Gleichzeitig erzielen europäische Sorten wie Johan Sverdrup aus Norwegen, die nahe bei den Abnehmern gefördert werden, Rekordaufschläge auf den Brent-Preis.
Höhepunkt überschritten, aber kein Zurück
Seit Mitte Oktober entspannt sich die Lage etwas. Reuters berichtete am 16. Oktober von fallenden Raten, unter anderem weil die US-Regierung erwägt, Sanktionen gegen Tanker der sogenannten Schattenflotte aufzuheben. Laut dem Analysehaus Breakwave Advisors sind die Raten ab dem US-Golf und Westafrika in zwei Wochen um 27 % beziehungsweise 32 % von ihren Höchstständen gefallen. Sie lägen aber noch rund zehnmal über dem Vorkriegsniveau. Eine Rückkehr dorthin sei unwahrscheinlich, schreibt Breakwave, weil die Verzögerungen beim Verladen und die Risikoprämien bleiben. Zudem kontrollieren die zehn grössten Betreiber inzwischen 67 % der regulären VLCC-Flotte. Der Ölpreis der Nordseesorte Brent lag am Freitag bei rund 117,60 Dollar (CHF 97) je Fass.
Quellen
- Crude Freight: Past the Peak, But the Floor Should Hold (30.10.2026) – Breakwave Advisors
- Record Tanker Rates Cripple U.S. Crude Oil Flows to Asia (24.10.2026) – Oilprice.com
- Supertanker Rates Fall from Record Highs (16.10.2026) – gCaptain / Reuters
- Tanker Costs Skyrocket 43-Fold Amid Hormuz Tensions, Reshaping Global Oil Trade (05.10.2026) – Gulf News
- VLCC Rates Hit Record $1.27 Million a Day as Oman Transfer Capacity Maxes Out (25.09.2026) – Oilprice.com
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.